Report Düngemittel

Augen auf beim Düngerkauf


Drunter und Drüber: In der Halle im Hafen Rostock lagern Tonnen von Düngemitteln. Sie werden auf Förderbändern aus- und eingelagert.
-- , Foto: da
Drunter und Drüber: In der Halle im Hafen Rostock lagern Tonnen von Düngemitteln. Sie werden auf Förderbändern aus- und eingelagert.

Wechselkurse zwischen Euro und US-Dollar, die Verfügbarkeit von Harnstoff an den wichtigen Umschlagplätzen sowie die Kapazitätsauslastung von Ammoniak- und Düngerwerken geben heutzutage den Takt des Düngereinkaufs vor. Landwirte haben direkt Zugriff auf Informationen, in welche Richtung das Pendel auf den internationalen Düngermärkten ausschlägt. In den meisten Fällen ist es der volatile Harnstoffkurs, der auch in Deutschland das Niveau beispielsweise von Kalkammonsalpeter (KAS) direkt beeinflusst.

Die neue Einlagerungssaison 2016/17 zum 1. Juli startet insofern eher unspektakulär, nachdem der Stickstoffhersteller Yara schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt die neuen Preise für KAS bekannt gegeben hatte. Mitte Mai hatte das Unternehmen einen Großhandels-Einstandspreis für Kalkammonsalpeter (KAS) für Lieferungen ab Juni in Höhe von 157 €/t (lose cif Inlandshafen) verkündet. Einige Handelshäuser hatten auf dieser Basis Modelle für die frühe Einlagerung vorgelegt. Regional liegen die Preise um 60,00 bis 80,00 €/t für KAS unter Vorjahr. Entsprechend berichten Verkäufer von Betrieben, die teilweise fast ihren gesamten Jahresbedarf orderten. Aber es gibt auch Kunden, die ihre Düngerkäufe auf vier bis sechs Etappen verteilen und damit von den Tageskursen profitieren wollen. Diese kurzfristige Kaufentscheidung setzt sich immer mehr durch und ersetzt die klassische Einlagerung, die monatliche Reports bis zum Frühjahr auf den Startpreis im Juli vorsieht. Eine große Rolle spielt auch die finanzielle Liquidität der Betriebe, um die es in Zeiten von niedrigen Milch- und Fleischkrise nicht gerade gut bestellt ist. (da)
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