DRV

Ausblick auf 2015 eingetrübt


Für 2015 hätten sich die Erwartungen „eingetrübt“. Vor allem die Milch- und Fleischwirtschaft gehen von einem angespannten ersten Halbjahr aus, sagt Dr. Hennig Ehlers, Generalsekretär des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV), heute auf der Bilanz-Pressekonferenz in Berlin. Die Unternehmen rechneten mit anhaltendem Preisdruck, der letztlich auch die Investitionsbereitschaft der Landwirte bremsen dürfte.

Unsicherheit brächten auch die weiteren Entwicklungen im Euroraum sowie globale geopolitische Verwerfungen mit sich: Der schwache Eurokurs stütze zwar die Exporte. Für die Warenwirtschaft bleiben deshalb Angebots- und Nachfrageentwicklungen weltweit marktrelevant, erläutert Ehlers. Auf der anderen Seite erschwerten internationale Konflikte und die Gefahr von Rückschlägen oder Verwerfungen im Euroraum die unternehmerischen Planungen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft.

Quote führt nicht zu sprunghaftem Produktionsanstieg

Für die Milcherzeuger und Molkereien zeichne sich 2015 ein schwieriges Jahr ab, so der DRV weiter. Der Markt sei weiter durch ein niedriges Preisniveau geprägt.  Vor dem Auslaufen der Milchquote in der EU hätten die Erzeuger ihre Produktion bei hohen Milchgeldauszahlungen kontinuierlich gesteigert – gleichwohl geht der DRV nicht davon aus, dass die Produktion mit dem Wegfall der Quote zum 1. April „sprunghaft“ ansteigen werde.

Im Jahr 2014 haben die 2.316 genossenschaftlichen Verarbeitungs- und Vermarktungsunternehmen das Umsatzniveau aus dem Vorjahr nicht halten können. Zusammen genommen erzielten die Unternehmen einen Umsatz von 66 Mrd. € nach noch 67,5 Mrd. € 2013 (siehe Übersicht). Nach einem optimistischen Jahresauftakt hätten die Genossenschaften Preisrückgänge sowohl bei Milch und Fleisch als auch bei Getreide und Betriebsmitteln verschmerzen müssen. Das von Russland im Sommer verhängte Embargo gegen Agrarprodukte aus der EU habe die Lage zusätzlich verschärft.

Die Warenwirtschaft als umsatzstärkste Sparte im DRV hat 2014 einen Gesamtumsatz von 37,5 (Vorjahr: 39,5) Mrd. € erwirtschaftet. Die deutlichen Preisrückgänge bei Getreide und Futtermitteln im zweiten Halbjahr drückten das Ergebnis. (pio)
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