Erzeuger und Vermarkter

Auslaufmodell Biogas

Udo Hemmerling, stellvertretender Generalsekretär des deutschen Bauernverbandes, wies vor allem auf das Stichwort "Vermaisung der Landschaft" hin.  Im Jahre 1992 gab es in Deutschland knapp 139 Biogasanlagen; heute seien es über 8.000.

Zahlreiche Restriktionen einschließlich der Vergütungskürzungen hätten inzwischen den weiteren Ausbau nahezu vollständig zum Stillstand gebracht. Durch die Stromeinspeisung vieler dezentraler Kraftwerke und die generelle Entwicklung hin zu einer nachhaltigen Energieversorgng bedürfe das "aktuelle Strommarktdesign" einer grundlegenden Umstrukturierung. So halte das Bundeswirtschaftsministerium den "Bioenergie-Strom" für zu teuer und vor allem für Umweltproblematisch, so Hemmerling.

Biogas und Bioenergie aus der Landwirtschaft bräuchten nach den bisherigen drastischen Einschnitten eine überzeugende Perspektive über das Jahr 2020 hinaus. "Es wäre widersinnig für die Energiewende, parallel zu den Atomkraftwerken nach 2022 auch die Stromerzeugung aus Biomasse abzuschalten“. Ob die sogenannte Bioenergie in Zukunft mehr als eine bescheidene Reservefunktion innerhalb des erneuerbaren Energienmixes einnehmen kann, beurteilten die Tagunsteilnehmer unterschiedlich. 

Am Rande der Veranstaltung wurde die Befürchtung geäußert, dass die Stromerzeugung aus Biomasse wohl ein Auslaufmodell sei. Aus Sicht der Befürworter wäre es zweckmäßig gewesen, neue und vor allem bestehende Biogasanlagen in die kommenden Ausschreibungsmodelle für erneuerbare Energien aufzunehmen. Doch dies wird jedoch voraussichtlich nicht der Fall sein. Ab 2017 soll vor allem Windenergie und Solarstrom ausgeschrieben werden. Ausschreibungen für Erneuerbare Energien sollen  die administrativ festgelegten Fördersätze im Erneuerbare-EEG ablösen. (HH)
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