Industrieverband Agrar

Ausnahmejahr lässt Kassen klingeln


Der Umsatz mit Pflanzenschutzmitteln ist 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 6 Prozent auf 1,6 Mrd. € gestiegen. Bei den Mineraldüngern verzeichneten die Hersteller ein Umsatzplus um 3 Prozent auf jetzt 3,1 Mrd. €. In beiden Fällen lassen sich jedoch die Wachstumsraten, die der Industrieverband Agrar (IVA) heute bekannt gegeben hat, nicht für 2015 fortschreiben.

Vergleichende Bewertung erhöht Bürokratie

Bei Pflanzenschutzmitteln beflügelten 2014 nach Aussage von IVA-Präsident Dr. Helmut Schramm mehrere Faktoren den Umsatz. Besonders groß war das Wachstum bei Fungiziden, wo sich nach Schramms Analyse Preiseffekte und ein erhöhter Krankheitsdruck bei den Kulturpflanzen auswirkten. „Der Zuwachs darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass durch teils realitätsferne Zulassungshürden bewährte Produkte verschwinden und neue nicht auf den Markt kommen können“, sagte Schramm. Als aktuelles Beispiel führte er die „vergleichende Bewertung“ bei der Produktzulassung an, die ab dem 1. August 2015 vorgeschrieben ist und durch die der bürokratische Aufwand bei Behörden und Herstellerfirmen weiter steigen werde.

Gülle wird in Ackerbauregionen exportiert

Auch der Ausblick für Mineraldüngermarkt ist getrübt. Prof. Hermann Kuhlmann, Vorsitzender des IVA-Fachbereichs Pflanzenernährung, wies auf die Novelle der Düngeverordnung hin. Er geht davon aus, dass Tierhalter in intensiven Veredelungsregionen künftig mehr Gülle in Ackerbauregionen liefern werden. „Dieser Gülleexport wird dort wahrscheinlich zu einer geringeren mineralischen Stickstoffdüngung führen“, prognostizierte Kuhlmann. (db)
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