Unter strengen Auflagen sollen Agrarbetriebe weiterhin einen höheren Anteil organischer Düngemittel verwenden können, als dies im Regelfall möglich ist. Dafür setzt sich der Deutsche Bauernverband (DBV) ein. Nach einer Ausnahme der EU-Nitratrichtlinie dürfen Landwirte, die auf Grünlandstandorten mit hohen Erträgen wirtschaften, 230 kg Stickstoff je Hektar aus Wirtschaftsdüngern statt der sonst üblichen 170 kg verwenden. Diese als Derogationsregelung bezeichnete Möglichkeit ist für Deutschland bis Ende 2013 befristet. Wie der DBV mitteilt, wird über eine Verlängerung derzeit zwischen der Bundesregierung und der Generaldirektion Umwelt der EU-Kommission verhandelt. 

In einem Schreiben an die EU-Behörde hat DBV-Präsident Joachim Rukwied gefordert, eine fristgerechte Verlängerung der Ausnahmeregelung für Deutschland zu ermöglichen. Nach Ansicht des DBV hat sich die Sonderregelung der Nitratrichtlinie in der Praxis bewährt und ist auch aus Umweltsicht vorteilhaft. Die Verlängerung von einer weiteren Verschärfung der Düngeverordnung abhängig zu machen, lehnt der Verband hingegen ab.

Rukwied weist darauf hin, dass die rechtlichen Regelungen im Bereich der Düngung in Deutschland in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt worden seien. Deutschland habe die EU-Nitratrichtlinie flächendeckend bei allen landwirtschaftlichen Betrieben umgesetzt. Unternehmen, die von der Ausnahmeregelung Gebrauch machten, unterlägen einem weitreichenden Auflagen- und Kontrollregime. Deshalb sei sichergestellt, dass trotz Anhebung der Höchstgrenzen das Ausbringen von Wirtschaftsdüngern bedarfsgerecht erfolge und unerwünschte Umweltwirkungen vermieden würden, so Rukwied. (sch)

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