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Anlässlich seiner Jahrestagung in Magdeburg sprach sich der Milchindustrie-Verband (MIV) heute für die Wiederaufnahme der abgebrochenen WTO-Gespräche aus. "Wir als europäische Milchindustrie haben durch die EU-Agrarreform äußerst schmerzhafte Anpassungen im Hinblick auf die WTO-Gespräche hinnehmen müssen", betonte der MIV-Vorsitzende Eberhard Hetzner. Diese zielgerichteten Vorleistungen gelte es nach Auffassung des Verbandes vor allem aus deutscher Sicht nicht einfach zu verschenken. Hetzner stellte fest, dass "jeder irrt, der nach abgebrochenen WTO-Gesprächen eine langsamere Gangart der EU-Kommission erwartet". Vor allem im Außenhandel hätten die Maßnahmen der EU-Agrarreform deutliche Spuren hinterlassen. Die Einschränkung der Erstattungen hätte insbesondere den Milchpulver- und Butterexport nachteilig getroffen. Deutschland wie die gesamte EU verloren deshalb Anteile auf den prosperierenden Weltmärkten und konnten somit nicht von den steigenden Weltmarktpreisen profitieren. "Brüssel hat uns abgekoppelt", bedauert Hetzner. (HH)
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