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Australien gibt den Weizenexport frei. Mit Beginn des neuen Wirtschaftsjahres am 1. Juli wird das Australian Wheat Board (AWB) seine Machtstellung als monopolistisches Außenhandelsunternehmen verlieren. Einen entsprechenden Gesetzesentwurf der Regierung hat das Parlament gebilligt, berichtet das Wiener Agrarinformationszentrum. Damit endet die jahrzehntelang verfolgte Politik des "single desk", bei dem alle Ausfuhren über den Tisch eines einzigen staatlich beauftragten Exportunternehmens gehen, das die Erlöse über einen nationalen Pool an die Getreideerzeuger weitergibt.

Künftig wird die neue Weizenexportbehörde (WEA) an interessierte Unternehmen Außenhandelslizenzen vergeben. Die WEA prüft die Solidität der Händler. Sie kann die Akkreditierung eines Unternehmens einschränken, aussetzen oder auch ganz aufheben. Nach dem Gesetz müssen Betreiber von Verlade- und Lagerkapazitäten konkurrierenden Unternehmen unter bestimmten Voraussetzungen Zugang zu ihren Terminals einräumen. Dies soll für eine wirksame Deregulierung sorgen. Die Wettbewerbsbehörde ACCC überwacht die Einhaltung dieser Vorschrift. In der Umstellungsphase wird die Regierung Informations- und Schulungsmaßnahmen für Getreideerzeuger, Marktanalysen und technische Hilfsmaßnahmen mit umgerechnet rund 5,7 Mio. € fördern. (ED)

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