Das Ausmaß der Winterschäden in Getreide und Raps fällt in Brandenburg außergewöhnlich hoch aus. Dabei trifft es Gerste und Weizen mehr als Raps. Rund 15 Prozent der Wintergerste und etwa 12 Prozent des Winterweizens müssen in Brandenburg im Landesdurchschnitt umgebrochen werden. Bei der Winterrapsfläche sind nach Schätzungen des Landesbauernverbandes wohl 10 Prozent der Fläche nicht mehr zu retten. Dem robusten und winterhärteren Roggen hat die Frostperiode erwartungsgemäß wenig ausgemacht.

Vor allem die Schäden im Winterweizen haben die Landwirte überrascht. Dabei hat es insbesondere die früh gesäten Bestände getroffen, die vor dem Wintereinbruch bereits besonders weit entwickelt waren. „Das Mehr an Weizen, was im Herbst in Brandenburg ausgesät wurde, ist damit wieder eingebüßt“, heißt es in dieser Woche beim Landesbauernverband. Regional sind die südlichen und östlichen Landesteile Brandenburgs stärker betroffen als der Norden und der Westen.

Als Alternative zu den umgebrochenen Kulturen wird in Brandenburg wohl überwiegend der Mais zum Zuge kommen. Landwirte, die weder Vieh zu füttern noch einen Absatz für Silomais in Biogasanlagen haben, greifen vermehrt zu späten Sorten, die als Körnermais gedroschen werden können. Die weit in den Herbst hineinreichende, warme und sonnige Witterung der vergangenen Jahre hat Körnermais auch in Brandenburg profitabel gemacht.

Sommergerste, Sommerweizen, Hafer oder Sommerraps werden wohl nur bedingt auf den umgebrochenen Flächen ausgesät. Denn erstens sind die Saatbedingungen derzeit auf Grund von Nässe schlecht. Außerdem fehlt es - wie auch in anderen Teilen Deutschlands - an Saatgut. (sta)
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