Unterschiedliche Interpretation der Studie des Thünen-Instituts möglich. Grünen-Abgeordnete kritisiert Staatssekretär des BMELV.

Es sei „sehr mutig“ von Staatssekretär Peter Bleser, die Studie des Thünen-Instituts zu den agrarstrukturellen Auswirkungen der Hofabgabeklausel, als Bestätigung für die eigene Politik zu werten. Diese Kritik äußerte jetzt die Abgeordnete der Grünen, Cornelia Behm. In dem Gutachten könne man nachlesen, dass es diese eindeutige Bestätigung keinesfalls liefere, sondern ein deutlich differenzierteres Bild zeichne. Es blieben weiterhin viele Fragen offen, z.B. die danach, wie viele Höfe nach der Hofabgabe weitergeführt und wie viele stillgelegt würden.

Das Gutachten mache weiter deutlich, dass die Hofabgabeklausel ein Armutsrisiko für viele Landwirte mit kleinen Betrieben sei, und dass gerade diese kleinen Betriebe oft keinen Hofnachfolger haben. Laut Behm spricht also viel dafür, dass die Hofabgabeklausel vor allem das Wachstum der großen Agrarbetriebe beschleunige, aber wenig Chancen für Junglandwirte eröffne. (az)
stats