Unwetter

Auswirkungen auf Ernte noch unklar


Für seriöse Schätzungen bezüglich Ernteausfällen oder Preisentwicklungen sei es noch zu früh, berichten die Fachleute vom Agrarhandelsunternehmen Agravis.  Steffen Holsten, Bereichsleiter Agrarerzeugnisse bei Agravis, rechnet derzeit noch nicht mit großen Veränderungen. „Die starken Niederschläge waren für den Agrarbereich regional begrenzt, das Wasser fließt meist schnell wieder ab“, erläutert er. Mancherorts seien allerdings ganze Felder überschwemmt oder Ernten in Mitleidenschaft gezogen worden. Die bisherigen Ernteprognosen nach unten zu korrigieren, dafür sei es aber zu früh. Gleiches gelte für die Preise. Dort, wo es viel Regen, aber keine schweren Unwetter gab, biete das Wasser für die bisher eher unter Trockenheit leidenden Böden sogar eine gute Grund-Feuchtigkeitsversorgung.

Bernhard Chilla, Marktanalyst Agrarerzeugnisse bei Agravis, hat bereits festgestellt: „Der Markt redet über die Unwetterfolgen.“ Und das nicht nur in Deutschland, sondern verstärkt zum Beispiel auch in Frankreich. Chilla hat alle Entwicklungen genau im Blick und prüft ihre Auswirkungen: „Wir müssen das beobachten, aber richtige Qualitätsprobleme können wir noch nicht feststellen.“ Konkrete Aussagen über Menge und Qualitäten der Ernte trifft auch er nicht: „Es fehlen Zahlen. Außerdem sieht man die Auswirkungen auf den Feldern erst dann, wenn sich die Ähren füllen.“

Feuchtwarmes Wetter sogt für Infektionsdruck

Was die Landwirte abseits der Unwetter stark beschäftigt, sind die Folgen des anhaltend feuchtwarmen Wetters. „Erstmal ist es nach dem trockenen Mai ja gut, dass überhaupt Wasser vom Himmel kommt“, erklärt Franz Schulze Eilfing, Leiter der Pflanzenbau-Vertriebsberatung bei Agravis. Problematisch sei, dass der Regen in der Weizenblüte kam. „Dadurch sind die Infektionsbedingungen für Fusariosen gut und das kann die Qualität des Getreides mindern.“ Die Landwirte reagierten bereits mit entsprechenden Maßnahmen. „Fusarien sind bei diesem Wetter das Hauptthema“, so Schulze Eilfing. Denn durch die Schwüle nimmt der Krankheitsdruck auf den Äckern zu. Auch der Läusebefall steige. Es könne sinnvoll sein, beides zusammen zu behandeln.

Laut Wetterprognosen soll in Deutschland das wechselhafte Wetter mit Schauern und Gewittern erst einmal anhalten. (mrs)
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