Für Landwirte bedeutet das grassierende Schmallenberg-Virus vor allem eine Geduldprobe. Gegenmaßnahmen gibt es bisher keine. Entschädigungen für Tierverluste tragen nur private Versicherungen. Ähnlich wie bei der plötzlich auftretenden Blauzungenkrankheit vor einigen Jahren sind Landwirte beim Schmallenberg-Virus darauf angewiesen, auf die Forschung zu warten.

„Es gibt bisher keine Instrumente die Krankheit zu bekämpfen“, sagte der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts für Tiergesundheit (FLI), Thomas Mettenleiter, heute in Berlin. Einzig eine gute Stallhygiene sowie eine Mückenbekämpfung bleiben den Landwirten, um ihre Tiere vor einer Infektion des von Insekten übertragenen Virus zu schützen. Das FLI arbeitet bereits an einem Impfstoff, bis dieser praxisreif ist, können jedoch zwei Jahre vergehen.

Bisher sind vor allem Schafhalter von Tierverlusten auf Grund des neuartigen Virus betroffen. Für Rinderhalter kann das Bundesforschungsinstitut jedoch keine Entwarnung geben. Die Kalbungen bis zum Frühsommer werden zeigen, ob sich die Kühe im Herbst infiziert haben und das Virus an die Embryonen weiter gegeben haben. Immerhin müssten betroffene Landwirte keine Betriebssperrungen fürchten, hieß es heute im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) in Berlin weiter. Allerdings greifen auch keine staatlichen Entschädigungsmaßnahmen für Landwirte, die Totgeburten und Missbildungen bei Jungtieren auf Grund des Virus zu beklagen haben. „Es gibt keine Entschädigungen sofern nicht privat mit Versicherungen vorgesorgt ist“, sagte Karin Schwabenbauer, Leiterin der Unterabteilung Tiergesundheit im BMELV heute. Die gute Nachricht ist, dass infizierte erwachsene Tiere Antikörper gegen den Virus bilden und geschützt sind. (sta)
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