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Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) hat dem deutsch-französischen Saatgutunternehmen Aventis, Lyon, den Rückkauf eines Teils der diesjährigen Maisernte der Sorte Starlink von rund 26.000 US-Farmern angeordnet, wie aus einer USDA-Pressemitteilung hervorgeht. Damit soll verhindert werden, dass die für Tierfutter produzierte Bt-Maissorte nicht direkt zu Nahrungsmitteln verarbeitet wird, erklärte das Ministerium. Das USDA werde zunächst die Mengen zurückkaufen, die den Bedarf der Landwirte für Tierfutter übersteigen und dafür sorgen, dass der Mais nicht direkt in die Nahrungsmittelproduktion gelangt. Aventis müsse dem USDA den Aufwand in voller Höhe erstatten. Das USDA schätzt die Kosten für den Rückkauf auf 90 bis 100 Mio. US-$, schreibt das Düsseldorfer Handelsblatt. Aventis selbst habe sich nicht zu den entstehenden Kosten geäußert.
Grund für den Rückkauf: Laut einer unabhängigen Studie der US-Verbraucherorganistation Genetically Engineered Food Alert (GEFA) enthalten die Maisfladen der Marke Taco Bell den Starlink-Mais, der beim Menschen nach dem Verzehr allergische Reaktionen hervorrufen könne. Daraufhin hatte der Lebensmittelkonzern Kraft Foods eine Rückrufaktion für alle Produkte der Marke Taco Bell angekündigt. Es wird vermutet, dass der gentechnisch veränderte Mais über das Maismehl einer texanischen Mühle in eine mexikanische Taco-Fabrik gelangt ist. Von ihr bezieht Kraft seine Tacos. Die Betreiber der Mühle betonen indessen, sie kauften grundsätzlich keinen gentechnisch veränderten Mais. Gegenüber US-Medien räumten einige Farmer jedoch ein, sie hätten die Mühle mit dem Bt-Mais beliefert, teilt das Handelsblatt weiter mit. Das Unternehmen Aventis erklärte, bisher gebe es keine Beweise für schädliche Wirkungen von Starlink auf den Menschen. (ED)
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