Bei der Anwendung von Herbiziden sollten im Sinne des Gewässerschutzes unbedingt die Standortbedingungen beachtet werden, mahnt Markus Röser, Leiter Öffentlichkeitsarbeit und Nachhaltigkeit Pflanzenschutz der BASF. Denn Oberflächen- und Grundwasser würden in der EU regelmäßig von Aufsichtsbehörden und Trinkwasserproduzenten geprüft.

Wenn dabei wiederholt Rückstände von Pflanzenschutzmitteln gefunden werden, seien die Zulassungen gefährdet, warnt er eindringlich. Zumindest müssten Landwirte mit regionalen Anwendungsverboten rechnen. Wenn immer weniger Wirkstoffe verfügbar seien, werde das Resistenzmanagement immer schwieriger.

Röser berichtete, dass immer wieder Wirkstoffe und Metabolite von Herbiziden in Gewässern gefunden werden. So seien Funde von Bentazon zumeist auf punktuelle Quellen zurückzuführen, an denen die sachgemäße Handhabung vernachlässigt wurde.

Besser Aufklärung für den Gewässerschutz

Gegen solche Fehler in der Handhabung, wie der Einleitung von Spritzbrühen oder der Reinigung von Spritzgeräten oder Unfällen, versucht das Pflanzenschutzunternehmen gezielt vorzubeugen. Verstärkte Aufklärung über die Produktanwendung im Rahmen des Product Stewardship könne solche Einträge in Gewässer verhindern, ist Röser überzeugt.

Wenn Herbizide beispielsweise in Karstgebieten standortgerecht eingesetzt werden, könnten Grund- und Oberflächenwasser besser geschützt werden. Auf Bentazon als ersten Wirkstoff hat BASF in diesem Frühjahr eine Kampagne zum Gewässerschutz fokussiert. Berater, Landesämter, Wasserversorger und der Agrargroßhandel wurden auf Maßnahmen zum gewässerschonenden Umgang mit dem Wirkstoff hingewiesen.

Ähnlichen Handlungsbedarf sieht das Unternehmen bei Metazachlor und Chloridazon. Auch hiervon würden Metabolite in Gewässern gefunden. Allerdings werden entsprechende Wirkstoffe auch von anderen Marktteilnehmern vertrieben. Darum sieht Röser nicht nur die BASF in der Pflicht zur Aufklärung. (brs)
stats