Strukturanpassung

BASF schrumpft Biotechnologie


Nur noch die zukunftsträchtigsten Forschungsprojekte will die BASF im Bereich der grünen Gentechnik weiter verfolgen. Gestoppt werden Projekte, die „mit extrem hohen technischen Hürden verbunden sind und signifikante zeitliche und finanzielle Investitionen erfordern“, teilt das Unternehmen am Donnerstag mit.

Rückzug auf Raten
Wegen der fehlenden Akzeptanz für gentechnisch veränderte Produkte in Europa hat BASF schon Anfang 2012 Konsequenzen gezogen. Vor vier Jahren ist die Zentrale von BASF Plant Science, die zuvor in Limburgerhof angesiedelt war, nach Raleigh im US-Bundesstaat North Carolina verlegt worden. Darüber hinaus hatte BASF im Januar 2012 bekannt gegeben, die Entwicklung und Kommerzialisierung aller Produkte, die ausschließlich auf den europäischen Markt ausgerichtet sind, zu stoppen. Zunächst sollte zwar noch die Zulassung der Kartoffelsorte Amflora weiter betrieben werden. Im Januar 2013 verkündigte BASF jedoch auch das Aus für gentechnisch veränderte Kartoffeln. (db)
Die Entscheidung sei „im Zuge der regelmäßigen Überprüfung des Portfolios“ getroffen worden. BASF kündigt an, die Standortstruktur in Nordamerika und Europa anpassen. Dadurch sollen etwa 350 von 700 Arbeitsplätzen in der Forschung und Entwicklung für die Pflanzenbiotechnologie abgebaut werden. Betroffen sind 140 Stellen in Nordamerika und 180 in Europa.

Standorte werden verkleinert

Erhalten bleiben sollen die beiden deutschen Standorte in Berlin und Limburgerhof. Das Gleiche gilt für Gent/Belgien, die beiden US-Standorte in Research Triangle Park/North Carolina und Ames/Iowa sowie in Brasilien. Überall ist aber eine Verkleinerung vorgesehen. Geschlossen werden Versuchsstationen in Hawaii, Indien und Puerto Rico.

Fokus auf ausgewählte Projekte

Konzentrieren will sich BASF auf die Herbizidtoleranz sowie Pilzresistenz von Sojabohnen. Ebenfalls fortgeführt wird das Projekt zu mehrfach ungesättigten Omega-3 Fettsäuren in Raps-Saatgut. Fokussiert werden außerdem Entwicklungsarbeiten, die sich mit der Stresstoleranz von Mais und Sojabohnen befassen. Gestoppt wird dagegen die Forschung zu ertragreichem Reis sowie pilzresistentem Mais.

Nicht betroffen von der Umstrukturierung, die bis Ende 2016 abgeschlossen sein soll, ist nach BASF-Angaben die Kooperationsvereinbarung mit Monsanto. Beide Unternehmen arbeiten zusammen an Mais- und Sojasorten, die widerstandsfähiger gegen Umwelteinflüsse sind. (db)
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