Neben Kritik, vornehmlich aus den "Grünen Reihen", die eine zu große Maktmacht und Nachteile für die Landwirtschaft befürchten, sieht  beispielsweise die BASF SE den Fusionsplänen eher gelassen entgegen. 

Wettbewerber will Angebot ausbauen

Strebt neue Partnerschaften an: Markus Heldt, Leiter Crop Protection, bei der BASF
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Strebt neue Partnerschaften an: Markus Heldt, Leiter Crop Protection, bei der BASF

So erklärte Markus Heldt, Leiter Crop Protection, im Interview mit der agrarzeitung (az) in der vergangenen Woche auf die Frage 'Ob die BASF an Bedeutung angesichts von Fusionen der Wettbewerber verliere?':
"Ich selbst habe mehr als 35 Jahre Erfahrung mit solchen Konsolidierungsprozessen in der Branche. Ich weiß, dass daraus Chancen entstehen – gerade auch für die, die den Prozess in Ruhe begleiten. In Ruhe heißt nicht, dass wir nur zuschauen. Wir streben aktiv danach, die Chancen zu nutzen, die sich aus den laufenden Fusionen ergeben, um unsere Präsenz zu stärken und unser Angebot weiter auszubauen. Da ist die BASF in einer ausgezeichneten Position."

Konkret bedeutet es für ihn: "Wir stehen parat für Zukaufsgelegenheiten, die aus kartellrechtlich bedingten Verkäufen aus den Zusammenschlüssen in der Branche entstehen könnten. Wir streben aber auch neue Kooperationen und Partnerschaften an. Es muss das richtige Ziel sein, den richtigen Preis haben und zu unserer Strategie passen. Wir werden mit Sicherheit etwas Passendes finden."

Auch andere Unternehmen bringen sich in Position

Es ist davon auszugehen, dass auch andere Mitwettbewerber nun abwarten, ob und welche Auflagen die zuständigen Kartellbehörden machen werden. Insbesondere wird es um die Frage gehen, welche Sparten bei eventuellen Abspaltungen für das eigene Unternehmen in Frage kommen könnten. 

Liam Condon, Leiter Division Crop Science, bei Bayer, sieht noch genug Wettbewerb am Markt.
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Liam Condon, Leiter Division Crop Science, bei Bayer, sieht noch genug Wettbewerb am Markt.
Der Befürchtung, dass durch die Fusion auch weniger Innovationen entwickelt werden, weil es immer weniger forschende Pflanzenschutzunternehmen gibt, tritt Liam Condon, Leiter Division Crop Science, bei Bayer im az-Interview entgegen. "Ich glaube, dass die Konsolidierung Innovation nicht verhindern, sondern im Gegenteil noch befördern wird. Außerdem gebe es laut Condon auch nach einer Konsolidierung noch genug Wettbewerb. "Wir haben ausreichend regionale und nationale Spieler. Selbst wenn nur drei oder vier große Firmen übrig bleiben, werden sie keinesfalls den Markt bestimmen." (az)


Die vollständigen Interviews könne Sie in der agrarzeitung, Ausgabe 36, nachlesen.
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