Das Rapsgeschäft von Bayer geht nach Ludwigshafen.
-- , Foto: BASF
Das Rapsgeschäft von Bayer geht nach Ludwigshafen.

Wie beide Unternehmen am frühen Freitagmorgen mitteilten, soll der Kauf für 5,9 Mrd. € in bar, vorbehaltlich bestimmter Anpassungen zum Abschluss der Transaktion, erfolgen. Das Paket umfasst Bayers globales nicht-selektives Herbizidgeschäft mit Glufosinat-Ammonium, das unter den Marken Liberty, Basta und Finale vermarktet wird.

Hinzu kommen die Saatgutgeschäfte für wichtige Feldkulturen in ausgewählten Märkten. Dazu zählen Rapshybride in Nordamerika unter der Marke InVigor, bei der die Liberty-Link-Technologie zum Einsatz kommt. Ferner trennt sich Bayer im Saatgutsektor vom europäischen Rapsgeschäft, von Baumwolle in Nordamerika, Südamerika und Europa sowie von Soja in Nord- und Südamerika.

Bayer löst Knoten
Mit dem Verkauf des Liberty-Geschäftes erfüllt Bayer eine wichtige Auflage der südafrikanischen Wettbewerbsbehörde. Sie hatte darauf verwiesen, dass bei der geplanten Übernahme von Monsanto das Roundup-Geschäft in die Ehe eingeht. Sowohl Liberty als auch Roundup bieten die Grundlage für herbizidresistentes Saatgut. Außerdem hatten die Südamerikaner gefordert, dass sich Bayer von weiteren Saatgutaktivitäten trennt. (db)
Die Transaktion schließt zudem die Trait-Forschung und die Züchtungskapazitäten von Bayer für diese Kulturen sowie das Liberty-Link-Trait mit den Markenrechten ein. Hinzu kommt der Übergang von mehr als 1.800 Beschäftigten vor allem in den USA, Deutschland, Brasilien, Kanada und Belgien. Als Teil der Vereinbarung hat sich BASF dazu verpflichtet, die bestehenden unbefristeten Arbeitsverhältnisse zu vergleichbaren Konditionen für mindestens drei Jahre nach Abschluss der Transaktion fortzuführen.

Betroffen ist ein Umsatzvolumen, das nach Angaben der Unternehmen im Gesamtjahr 2016 bei rund 1,3 Mrd. € lag. Das Ebitda erreichte rund 385 Mio. €.

BASF wächst über Nacht
BASF vergrößert mit der Übernahme sein Agrargeschäft um etwa ein Viertel des bisherigen Umsatzes auf künftig knapp 7 Mrd. €. Noch entscheidender ist aber, dass der Konzern damit in das Saatgutgeschäft einsteigt. Bei Raps hat das Unternehmen einige Expertise, weil es mit dem beratungsintensiven Clearfield-System bereits Rapsanbauer anspricht. (db)
Vorbehaltlich des Abschlusses der Übernahme von Monsanto durch Bayer und der Genehmigung durch die zuständigen Behörden wird ein Abschluss der Transaktion im 1. Quartal 2018 erwartet. „Mit dieser Investition ergreifen wir die Gelegenheit, äußerst attraktive Geschäftsfelder in wichtigen Feldkulturen und Märkten zu erwerben. Sie ist eine strategische Ergänzung unseres gut etablierten und erfolgreichen Pflanzenschutzgeschäfts sowie unserer Biotechnologie-Aktivitäten“, kommentierte Dr. Kurt Bock, Vorsitzender des Vorstands der BASF SE, den geplanten Kauf.

Von Seiten der Bayer AG begrüßte der Vorstandsvorsitzende Werner Baumann den Deal: „Wir sind froh, dass wir mit BASF einen starken Käufer für unsere Geschäfte gefunden haben, der weiterhin die Bedürfnisse der Landwirte bedient und unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern langfristige Zukunftsperspektiven bietet." Die Transaktion muss von den Regulierungsbehörden genehmigt werden und wird erst wirksam, wenn die Übernahme von Monsanto durch Bayer erfolgreich abgeschlossen ist. (da/db)
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