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Futter- und Nahrungsmittel sowie Saatgut, die ungewollt durch gentechnisch veränderte Organismen (GVO) verunreinigt wurden, sollen ab einem Schwellenwert von 1 Prozent EU-weit gekennzeichnet werden, plädiert der Bund der Deutschen Landjugend (BDL), Berlin. Landwirte und Verbraucher hätten das Recht zu wissen, was in den Produkten, die sie kaufen und weiter verwenden, enthalten sei, erläuterte BDL-Vorsitzender Erik Jennewein. Die Kennzeichnung müsse aber den gesamten Prozess der Produktherstellung und -verarbeitung umfassen. Die Verzahnung zwischen Landwirtschaft und Industrie im vor- und nachgelagerten Bereich werde ohnehin immer enger, nicht erst durch die Einführung der Gentechnik. Durch die im Zuge der Kennzeichnung einzugehenden Partnerschaften mit Marktpartnern dürften jedoch keine einseitigen Benachteiligungen entstehen, so Jennewein.

Über die Kennzeichnung von Lebens- und Futtermitteln mit Anteilen von GVO wird heute im EU-Agrarministerrat in Brüssel erneut diskutiert. Ob daraus eine Entscheidung resultiert, ist noch offen. Einigen Mitgliedstaaten ist der Schwellenwert von 1 Prozent zu hoch. (ED)
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