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Wegen der Maul- und Klauenseuche in Frankreich (MKS) hat der Bundesgrenzschutz (BGS) gestern Nacht mit Kontrollen an der deutsch-französischen Grenze begonnen, schreibt der Nachrichtendienst Reuters im Internet. Das Grenzschutzamt Weil am Rhein teilte mit, ab sofort würden Transporte von Tieren und Frischfleisch aus Frankreich kontrolliert. Dies geschehe in Abstimmung mit der baden-württembergischen Landespolizei. Das Grenzschutzamt Weil am Rhein ist für den mit 184 Kilometern längsten deutschen Grenzabschnitt zu Frankreich zuständig. Im Bereich des Grenzschutzamtes Weil liegen 14 Grenzübergänge. Die drei von Fähren bedienten Übergänge sind wegen des Rhein-Hochwassers derzeit gesperrt.

Im Vorgriff auf eine für Mittwoch erwartete Entscheidung der EU habe Baden-Württemberg bereits am Dienstag alle Transporte von Klauentieren wie Rindern, Schweinen, Schafen und Ziegen von und nach Frankreich untersagt, sagte ein BGS-Sprecher. Beamte von Grenzschutz und Landespolizei hätten die elf baden-württembergischen Land-Grenzübergänge wieder besetzt, um ein Einschleppen der Seuche zu verhindern. Ob bereits Transporte mit Vieh oder Fleisch zurückgewiesen wurden, konnte er am Mittwochvormittag nicht sagen.

Über das Ausmaß der Kontrollen in Rheinland-Pfalz und im Saarland, die ebenfalls an Frankreich angrenzen, lagen zunächst keine detaillierte Informationen vor. Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Martini sagte im SWR, an den Grenzübergängen seien schon nach den ersten MKS-Verdachtsfällen in Belgien die Kontrollen verstärkt worden. Sie sollten nun nochmals ausgeweitet werden. Nach ihren Erkenntnissen seien seit dem 3. März keine Tiertransporte aus Frankreich nach Rheinland-Pfalz gekommen, die die hoch ansteckende Krankheit übertragen könnten. (ED)
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