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Infektionen durch Muskelfleisch nicht nachgewiesen

Vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse hat das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BGVV), Berlin, eine Bewertung des Risikos von BSE herausgeben. Dabei macht das Institut darauf aufmerksam, dass es hinsichtlich der Infektionswege noch viele offene Fragen gebe.

Der BSE-Fall in Schleswig-Holstein sei bei einem von mehr als 10.000 bisher an kranken und älteren Tieren durchgeführten Tests entdeckt worden. Alle anderen Tests waren bisher negativ, informiert das Institut. Mit weiteren BSE-Fällen müsse aber gerechnet werden, wenn die Tests großflächig eingesetzt werden. Die Bewertung des Risikos für die Verbraucher stelle sich nach heutigem wissenschaftlichen Kenntnisstand folgendermaßen dar:

Auch deutsche Rinder können mit BSE infiziert sein.

Mit den derzeit eingesetzten Testverfahren lässt sich die Infektion sicher nur bei Tieren nachweisen, die mindestens 30 Monate alt sind und bei denen die Erkrankung bereits deutlich fortgeschritten ist.

Negative Testergebnisse bei jüngeren Tieren sind nicht aussagekräftig.

Der Verbraucher sollte Risikomaterialien (Gehirn, Rückenmark) grundsätzlich meiden. Sie müssen bei Schafen, Rindern und Ziegen seit dem 1. Oktober 2000 bei der Schlachtung entfernt und beseitigt werden.

Im Experiment konnte mit Muskelfleisch erkrankter Tiere keine Infektion erzeugt werden.

Milch und Milchprodukte gelten wissenschaftlich nach wie vor als unbedenklich. Infektionsversuche waren negativ.

Für Arzneimittel und kosmetische Produkte ist der Einsatz von Risikomaterial seit 1998 verboten. Weitere Sicherheitsmaßnahmen sind bei der Herstellung zu beachten.

Gelatine wird nach Aussagen der Hersteller in Deutschland zu über 90 Prozent aus Schweineschwarte hergestellt. Die Gelatineherstellungsverfahren sind aggressiv und reichen nach wissenschaftlicher Ansicht aus, um die Sicherheit auch von Rindergelatine zu gewährleisten. Die Ausgangsmaterialien dürfen nur von genusstauglichen Tieren stammen.

Für die Herstellung von Babynahrung wurden nach Angaben der Hersteller in Deutschland auch in der Vergangenheit keine Risikomaterialien verwendet. Fleisch soll von besonders ausgewählten Tieren mit bekannter Herkunft stammen.

Das Fleisch von Schwein, Geflügel und Fischen ist nach heutigem Wissen in Bezug auf das BSE-Risiko als sicher anzusehen.

Schafe können an der BSE-ähnlichen Seuche Scrapie erkranken. Scrapie ist überall dort bekannt, wo Schafe gehalten werden. In England treten die Fälle allerdings häufiger auf. Solange wissenschaftliche Fragestellungen hinsichtlich möglicher Zusammenhänge zwischen Scrapie und BSE unbeantwortet sind, besteht bei dem Verzehr von Schaffleisch ein Restrisiko, das wissenschaftlich nicht abgeschätzt werden kann.

Unbeantwortet ist die Frage, ob die Verfütterung von Tiermehl die Ursache für das Auftreten von BSE in deutschen Rinderbeständen ist.

Nach wie vor wird das deutsche Herstellungsverfahren wissenschaftlich als sicher angesehen. Das aktuelle Verfütterungsverbot wurde aus Gründen des vorsorgenden Verbraucherschutzes erlassen.

Das BGVV geht davon aus, dass ein Zusammenhang zwischen BSE und der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit besteht. Der endgültige wissenschaftliche Beweis dafür steht allerdings aus. In Deutschland wurde diese Variante bislang nicht diagnostiziert. Die amtlichen Fallzahlen der klassischen Variante von Creutzfeldt-Jakob sind in den letzten Jahren stabil. (ED)

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