Abschreibungen auf das Schiffsportfolio von rund 1 Mrd. € bei der Bremer Landesbank (BLB) führen nicht nur bei den Bremern im Geschäftsjahr 2016 zu einem Verlust im hohen dreistelligen Millionenbetrag. Auch die Nord/LB selbst, die die BLB in Not bis zum Jahresende vollständig übernehmen will, rechnet mit einem Verlust von 1 Mrd. €.

Trägerversammlung am 2. Dezember
Wenn die Nord/LB wie geplant die BLB übernimmt, wäre das Institut zum Ausgleich etwaiger Jahresfehlbeträge der BLB verpflichtet, heißt es in einer adhoc-Mitteilung. Es sei denn, der Betrag werde aus den Gewinnrücklagen der BLB entnommen. Am 2. Dezember entscheidet die Trägerversammlung der BLB über den Abschluss eines Beherrschungsvertrags mit Wirkung zum 1. Januar 2017. (sp)
Angesichts der sich verschärfenden Schifffahrtskrise schrieb die Nord/LB auch im 3. Quartal rote Zahlen, wie das Geldhaus am Donnerstag mitteilte. Nach den ersten neun Monaten stand unter dem Strich ein Verlust von 736 Mio. €. Da alle anderen Geschäftsfelder jedoch profitabel waren, rechnet die Bank ab 2017 wieder mit einem deutlichen Gewinn.

Vorstandschef Dunkel demonstriert Stärke

„Die NordLB kann die Herausforderungen aus eigener Kraft meistern“, sagte Vorstandschef Gunter Dunkel. Die Bank habe in den Vorjahren erhebliche Kapitalpolster und ein striktes Kostenmanagement aufgebaut. Auch nach der vollständigen Übernahme der BLB, die überdurchschnittlich viel zur Risikovorsorge beitrug, würden alle aufsichtsrechtlichen Anforderungen erfüllt, betonte Dunkel.

Keine Einschränkung im Agrargeschäft

Bei der BLB erklärte der Vorstand, dass als zukünftige Alleingesellschafterin die Nord/LB bei der BLB eine hinreichende Kapitalausstattung sicherstellen werde. Die Verträge dafür seien unterzeichnet. „Unsere Standorte in Bremen und Oldenburg bleiben erhalten und Ihre Spezialisten und Entscheider sind unverändert vor Ort für Sie da“, heißt es in einem offenen Brief. Auch im Agrargeschäft, in dem die Bremer und auch die Nord/LB stark unterwegs sind, solle sich nichts ändern. (sp)
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