Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) will eine Meldepflicht für das Schmallenberg-Virus einführen. Es kann Rinder, Schafe und Ziegen befallen. Nachdem in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Schleswig-Holstein erstmals Infektionen mit dem Schmallenberg-Virus bei Schafen und Rindern aufgetreten sind, wird das BMELV eine Meldepflicht für diese Tierkrankheit einführen. Über die dazu erforderliche Änderung einer Verordnung wird Ende März der Bundesrat entscheiden, heißt es heute beim BMELV. Danach könne die Meldepflicht in Kraft treten. Sie sei erforderlich, damit sich die Veterinärbehörden die Ausbreitung beobachten und Bekämpfungsmaßnahmen ergreifen können, so das BMELV weiter. Schon jetzt haben die betroffenen Bundesländer ihre Veterinärbehörden aufgerufen, Verdachtsfälle auf freiwilliger Basis über das Tierseuchen-Nachrichten-System TSN zu melden. Das Virus gefährdet insbesondere trächtige Tiere, bei denen Störungen der Fruchtbarkeit, Frühgeburten und Schäden bei den Neugeborenen auftreten können.

Am Montag hatte auch der EU-Agrarrat über die Erkrankung beraten. Deutschland forderte eine europaweite Meldepflicht, welche die EU-Kommission noch ablehnt. Die Saison für die Mücken, die das Virus übertragen, habe noch nicht begonnen, argumentiert die Kommission. Zudem möchte die EU-Kommission Konflikte mit den Handelspartnern außerhalb der EU vermeiden. (sta)
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