BMELV prüft Honig-Urteil

Mit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes zu Honig, der Spuren von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) aufweist, beschäftigt sich das Bundesagrarministerium (BMELV). Für Importe von Honig könnte es neue Auflagen geben. Honig, der Pollen der gentechnisch veränderten (GV-)Maissorte Mon 810 enthält, ist nach Ansicht des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) ein GV-Lebensmittel im Sinne des europäischen Gentechnikrechtes (Az: C-442-09). Deshalb benötigt dieser Honig eine Zulassung. Entsprechende Vorgaben, die sich aus diesem Urteil für die Lebens- und Futtermittelproduktion ergeben, will das BMELV schnell umsetzen. 

Hinsichtlich möglicher Konsequenzen berät das BMELV mit den für die Lebensmittelkontrolle und Lebensmittelüberwachung zuständigen Bundesländern. Da es sich um Gemeinschaftsrecht handelt, verlangt das Ministerium von der EU-Kommission, einen Vorschlag über ein einheitliches Vorgehen in den 27 EU-Mitgliedstaaten vorzulegen. Deutschland muss etwa 80 Prozent des Honigs importieren. Der überwiegende Teil des Importhonigs stammt aus Mittel- und Südamerika, in denen der Anbau von GV-Pflanzen weit verbreitet ist. 

Klare Koexistenz- und Haftungsregelungen für den Anbau von GV-Pflanzen fordert der Deutsche Bauernverband (DBV). Auf Grund der bestehenden, nicht kalkulierbaren und nicht versicherbaren Haftung rät der DBV weiterhin von einem GVO-Anbau in Deutschland ab. (da)
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