Jährlich werden in Deutschland rund 11 Mio. t Lebensmittel als Abfall entsorgt. Pro Kopf entspricht dies einem Wert von 235 €, kritisiert das Bundesagrarministerium (BMELV). Die Zahlen entstammen einer heute von Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner vorgelegten Studie der Universität Stuttgart. Danach entfallen 61 Prozent oder 6,7 Mio. t der Lebensmittelabfälle auf die privaten Haushalte.  Mit jeweils 17 Prozent seien Großverbraucher wie Kantinen und Gaststätte sowie die Industrie an den Lebensmittelabfällen beteiligt. 

Als "viel zu hoch" bezeichnet Aigner die Verschwendung wertvoller Ressourcen, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums. Daher werde das BMELV unter dem Titel "Zu gut für die Tonne" Ende März eine breit angelegte Informationskampagne für Verbraucher starten. Als eine der Ursachen für die große Menge weggeworfener Lebensmittel werden Vermarktungsnormen und deren staatliche Kontrolle genannt. Die Bundesregierung werde sich für die Abschaffung aller Normen einsetzen. Bereits jetzt seien 26 von 36 Vermarktungsnormen für Obst und Gemüse gestrichen worden, aber auch die verbleibenden 10 müssten noch beseitigt werden, so Aigner. Zudem setze sich die Bundesregierung für eine europaweite Bioabfallrichtlinie ein.

Für die Lebensmittelwirtschaft und den Handel kündigt Aigner den Ausbau der Datenbasis zur Erfassung von Abfallmengen an. "Die Stuttgarter Studie hat gezeigt, dass hier Nachholbedarf besteht", so die Ministerin. (az)     
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