Das Bundesagrarministerium will Landwirte und Verbraucher beruhigen. Der deutsche Getreidemarkt rechtfertige das Preishoch an den Börsen nicht. „Die Entwicklung des deutschen und des französischen Getreidemarktes rechtfertigen die derzeitige Stimmung an den Börsen nicht", heißt es in einem Lagebericht des Bundesagrarministeriums (BMELV) vom Wochenende. In Frankreich würde eher eine mittlere und in Deutschland eine leicht unter dem Durchschnitt liegende Getreideernte erwartet. Die aktuelle Situation sei auch nach dem Exportstopp für Getreide in Russland nicht mit der Lebensmittelkrise im Jahr 2007/08 vergleichbar. Damals wäre eine geringe Produktion mit einem Nachfrageboom nach landwirtschaftlichen Rohstoffen auf dem Weltmarkt zusammengefallen. Heute sei die Situation entspannter. Versorgungsengpässe werde es nicht geben, so das Agrarministerium. Die Getreidelager wären weltweit gut gefüllt.

Die Verbraucher in Deutschland und Europa sollten sich nicht vor steigenden Brotpreisen fürchten, so das Agrarministerium. Der Anteil der Verkaufserlöse der Landwirtschaft an den Verbraucherausgaben für Nahrungsmittel läge bei Brot und Backwaren nur bei 4 Prozent. (sta)
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