Biokraftstoffe werden auch in Zukunft hinter den auf Erdöl basierenden Kraftstoffen zurückbleiben und nur einen geringen Anteil davon ersetzen. "Zum Beispiel werden zurzeit nur 0,3 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs durch Ethanol gedeckt", sagte Christoph Rühl, Chefökonom des Energiekonzerns BP, anlässlich der Veröffentlichung des Statistical Review of World Energy 2010 gestern in Frankfurt am Main. Im vergangenen Jahr sei zwar die weltweite Produktion von Ethanolkraftstoff um 8 Prozent auf 770.000 Barrel pro Tag Ölequivalent gestiegen. Gemessen am Energiegehalt entspreche die Jahresproduktion nur 1 Prozent der Erdölproduktion. Auch bei weiter steigenden Wachstumsraten werde Ethanol lediglich einen Anteil von 5 bis 7 Prozent am Weltenergieverbrauch in den nächsten Jahren erreichen, so Rühls Prognose.

Die technischen Möglichkeiten der Autoindustrie seien mit Beimischungsquoten von fast 10 Prozent bei Ethanol und 7 Prozent bei Biodiesel ausgereizt, sagte BP-Pressesprecher Detlef Brandenburg gegenüber der agrarzeitung (az). Die heutigen Motoren seien für höhere Anteile an Biokraftstoffen noch nicht ausgelegt. BP setzt für die Zukunft auf Bio-Butanol, das im Vergleich zu Ethanol energiereicher ist und und mit bis zu 15 Prozent dem normalen Kraftstoff beigemischt werden kann. Versuche mit Bio-Butanol seien bereits in der Teststation im britischen Hull erfolgreich durchgeführt worden. Wann genau BP Bio-Butanol auf den Markt bringen wird, sei aber noch nicht abzusehen, so Brandenburg. (jl)
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