1

Auch in Zeiten von BSE sei die Ausbringung von Klärschlamm weiterhin unbedenklich. Dies sagte Johann B. Schneiderbauer, Prokurist der Umwelt-Dienste GmbH, Rosbach, und Vertreter des Hessischen Bauernverbandes, in einem Gespräch mit der Agrarzeitung Ernährungsdienst. Grundsätzlich müsse aber bundesweit mehr Wert auf die Einleiterkontrolle von Abwässern gelegt werden, um die Verwertung von Klärschlamm zu erleichtern. Nach den derzeitigen Erkenntnissen könne die Verbreitung von BSE über Schlachthofabwässer ausgeschlossen werden, da alle Schlachthöfe in Deutschland ihre Abwässer bis zu einem bestimmten Grad vorreinigen, sagte Schneiderbauer. Dies sei gesetzlich vorgeschrieben. Als infektiös geltendes Material könne daher nicht in die Kanalisation gelangen. Tierkörperbeseitigungsanlagen verfügten generell über eigene Kläranlagen. Demzufolge sei es auch weiterhin unbedenklich, Klärschlamm auf landwirtschaftlichen Flächen auszubringen. Damit widersprach Schneiderbauer Aussagen seitens des Umweltbundesamtes (UBA), Berlin, von dessen Seite Ende Februar gefordert worden war, die Verwertung von Klärschlamm als Sekundarrohstoffdünger auszusetzen. Der UBA-Vertreter begründete dies damit, dass Klärschlamm auch Bestandteile von Abwässern aus Schlachthöfen enthalten würde und somit einen Übertragungsweg für BSE darstellen könnte. Schneiderbauer wies darauf hin, dass es im Grunde sogar unproblematisch sei, wenn mit BSE-Erregern infiziertes Material über Klärschlamm auf landwirtschaftliche Flächen käme, da Pflanzen keine organischen Verbindungen aufnehmen könnten und per Gesetz die Ausbringung von Klärschlamm auf Grünland sowie im Futter-, Gemüse- und Kartoffelbau ausgeschlossen sei. Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der heutigen Ausgabe der Agrarzeitung Ernährungsdienst. (js)
stats