Neonicotinoide

BUND gewinnt gegen Bayer


Ein weites Feld
Nicht alle Neonicotinoide entfalten im Pflanzenschutz die gleiche Wirkung. Der Wirkstoff Thiacloprid aus der Gruppe gilt als ungefährlich für Bienen. Anders verhält es sich mit den drei Neonicotinoiden Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam, die als bienengefährlich eingestuft sind und deswegen zurzeit auch als Bestandteil von Rapsbeizen verboten sind. (db)
Das Düsseldorfer Landgericht hat am Mittwoch entschieden, dass der BUND seine Aussage wiederholen darf, die Bayer-Produkte „Schädlingsfrei Calypso“ und „Zierpflanzenspray Lizetan“ könnten Bienen schädigen. Zur Begründung führt das Gericht an, dass es darum gegangen sei, die „freie Meinungsäußerung" zu schützen.

Ein Urteil über die tatsächliche Bienengefährlichkeit der beiden Produkte, die in Hausgärten eingesetzt werden dürfen, hat das Landgericht nicht getroffen. Beide Bayer-Produkte besitzen eine gültige Zulassung vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und werden von ihr als „bienenungefährlich B4“ eingestuft. Mit dieser offiziellen BVL-Einstufung hatte Bayer auch die einstweilige Verfügung gegen den BUND begründet.

Kontrovers sind erwartungsgemäß die Schlüsse, die beide Parteien aus der Gerichtsentscheidung ziehen. Der BUND fordert Bayer auf, die Produkte mit dem Wirkstoff Thiacloprid sofort vom Markt zu nehmen. Bayer Crop Science dagegen bedauert die Entscheidung des Düsseldorfer Landgerichts. Das Unternehmen werde die schriftliche Urteilsbegründung abwarten und mögliche weitere Schritte prüfen, sagt ein Sprecher. (db)
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