Wahl 2017

BVE: Lebensmittel müssen bezahlbar bleiben

--

Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) sieht sich immer mehr mit erschwerten Marktbedingungen konfrontiert. "Der Wettbewerb, die Produktionskosten und der Bedarf an Fachkräften steigen und belasten zunehmend die Ertragslage der Lebensmittelhersteller", stellt BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff in dem kürzlich veröffentlichten Positionspapier fest. Die Branche brauche jetzt verlässliche Rahmenbedingungen von der Politik, fordert er.

Export soll gezielter gefördert werden

Stark im Export
Aktuelle Hochrechnungen der deutschen Agrarexportorganisation (Gefa) stellen erneut die Bedeutung des Ausfuhrgeschäfts heraus. Demzufolge werden in diesem Jahr Agrarprodukte, Lebensmittel und Landtechnik im Wert von 73,3 Mrd. € ins Ausland verkauft. 
Immerhin sei die Ernährungsindustrie der drittgrößte Industriezweig Deutschlands und damit ein Garant für Wohlstand und Beschäftigung. Die Gewinnentwicklung in den Verarbeitungsbetrieben bleibe aber hinter der Gesamtwirtschaft zurück. Der Verband fordert die Verantwortlichen in der Politik auf, alle Vorhaben hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu prüfen. Der BVE unterstreicht, wie sehr die Ernährungsindustrie vom globalen Agrarhandel abhängig sei. Jeder dritte Euro der Branche werde im Export erwirtschaftet. Zur Öffnung neuer Märkte seien bilaterale Handelsabkommen sowie eine gezielte Exportförderung durch die Bundesregierung erforderlich. Die Zollabwicklung sowie der Nachweis von Zertifikaten zur Tier- und Pflanzengesundheit dürften nicht zu einer bürokratischen Belastung der Betriebe führen. Unter dem Punkt „Keine Überregulierung in der Umwelt- und Klimapolitik“ steht im Positionspapier, dass der laufende Betrieb und die Zulassung von Produktionsanlagen nicht durch strengere Auflagen durch das Umweltrecht beeinträchtigt werden. 

Keine höhere Mehrwertsteuer

Botschaften
Die CDU-Kandidatin zur Bundestagswahl ist bereits gefunden. Sie heißt Angela Merkel. Aber nicht nur die Politik bringt sich in dieser Wahlsaison früh in Stellung. Auch die Agrar- und Ernährungswirtschaft sendet im Hinblick auf die Bundestagswahl 2017 bereits ihre Botschaften. In loser Folge stellen wir die Positionspapiere vor.
Die Diskussionen über einen nachhaltigen Konsum von Lebensmitteln seien sachbezogen zu führen. Die Branche verstehe Nachhaltigkeit als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur in Zusammenarbeit aller Akteure zu lösen sei. Mehrwertsteuererhöhungen bei Lebensmitteln oder Verbrauchssteuern lehnt der BVE kategorisch ab. Solche Maßnahmen würden besonders kleinere und mittlere Unternehmen treffen. Auch vor weiteren Zusammenschlüssen im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) warnt der BVE. (da)

--

stats