Die BVVG erwirtschaftet 2009 einen Rekordüberschuss von knapp 500 Mio. €. Neue Verkaufspraxis soll in den nächsten Wochen feststehen. Mit dem Überschuss von 2009 hat sich die Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) selbst überrascht. „Das sind 150 Mio. € mehr als geplant, die jetzt an den Bund abgeführt werden", sagte der Sprecher der Geschäftsführung Wolfgang Hostmann heute vor der Presse in Berlin. Das Vorjahresergebnis von 366 Mio. € übertrifft die Gesellschaft damit um 128 Mio. €. Grund sind die drastisch gestiegenen Kaufpreise für Agrarflächen. So kletterten 2009 die durchschnittlichen Verkaufspreise zum Verkehrswert um 30 Prozent auf 8.205 €/ha. Rund 69.100 ha landwirtschaftliche Nutzfläche hat die BVVG 2009 veräußert. Mehr als die Hälfte davon, rund 42.400 ha, unter den vergünstigten Bedingungen des Entschädigungs- und Ausgleichsgesetz (EALG). Die Pachtpreise der BVVG hielten sich konstanter. Bei den Neupachten sank der durchschnittliche Zins 2009 um 4 € auf 263 €/ha. Bei Bestandpachten müssen Landwirte mit 175 €/ha durchschnittlich 26 € mehr hinlegen.

2010 hängt das Geschäft der BVVG wesentlich von den noch offenen Privatisierungsgrundsätzen ab. Am 20. Januar wollen die Beteiligten aus Bund und Ländern weiterverhandeln. „Ich bin optimistisch, dass es in den nächsten Wochen zu einer Verständigung bei den Privatisierungsgrundsätzen kommen wird", sagte Horstmann heute. Bis dahin muss die BVVG am Ausschreibungsstopp festhalten.

Seit 1992 hat die BVVG rund 636.000 ha Agrarflächen verkauft und daraus insgesamt einen Überschuss von 4,3 Mrd. € an das Bundesfinanzministerium überwiesen. Die Privatisierung der ehemals volkseigenen Flächen in Ostdeutschland soll nach dem Willen der Bundesregierung bis spätestens 2025 abgeschlossen sein. (sta)
stats