Die BVVG berichtet von rückläufigen Verkaufspreisen in Brandenburg und Sachsen.
-- , Fotos: Gordon Gross/ pixelio.de
Die BVVG berichtet von rückläufigen Verkaufspreisen in Brandenburg und Sachsen.

Im Jahr 2016 hat die Bodenverwertungs- und verwaltungs GmbH, Berlin, rund 10.400 ha Ackerland verkauft. Diese Größenordnung dürfte auch in den kommenden Jahren so bleiben. Denn nach den geänderten Privatisierungsgrundsätzen soll eine überschaubare im Gegensatz zu früheren Jahren Verkaufsfläche Dampf aus dem heiß begehrten Bodenverkauf nehmen. „Die Änderungen sollen dazu beitragen, den vor Ort wirtschaftenden Betrieben bei tendenziell steigenden Preisen die Möglichkeit zu geben, kleinere Lose von maximal 15 Hektar zu erwerben“, sagte BVVG-Geschäftsführer Stefan Schulz heute in Berlin. 2016 betrug die durchschnittliche Losgröße 12 ha.

Rückläufige Verkaufspreise in Sachsen

Der durchschnittliche Verkaufspreis der BVVG lag im Berichtsjahr 2016 bei 19.381 €/ha und damit unwesentlich höher als im Jahr zuvor. Die Stabilität habe mit dem unterschiedlichen Flächenportfolio zu tun. So seien die Verkaufspreise in Brandenburg und Sachsen, wo tendenziell Flächen mit schwächeren Bodenpunkten noch zum Verkauf stehen, rückläufig. Dennoch ist die BVVG um Ausgewogenheit seiner Flächenverkäufe bemüht.

Besondere Beachtung erhalten Junglandwirte, Gemüsebauern oder Biobetriebe beim Verkauf oder Verpachtung von Flächen. Von den insgesamt 6.200 ha wurden 2016 im Rahmen der beschränkten Ausschreibungen rund 900 ha verkauft und 5.200 ha verpachtet. Hinweise auf eine Reform der Bodenmarktpolitik von Seiten des Bundesagrarministeriums will die BVVG genau verfolgen. Sollte es zu Änderungen im Grundstücksverkehrsgesetz kommen, müssten die Privatisierungsgrundsätze der BVVG angepasst werden. Dass die BVVG irgendwann nur noch beschränkte Ausschreibungen vornehmen würde, daran zweifelt der Geschäftsführer. Von so einem "closed shop" hält er wenig.

Pachtverträge gibt es auch mit Unternehmen der insolventen KTG. Dort, wo die 2016 die Pacht nicht bezahlt wurde, wurden die Verträge sofort gekündigt. Schulz beziffert den Umfang auf rund 800 ha. Dazu kamen noch rund 200 ha, deren Verträge ausliefen. Insgesamt gibt es für 70 Prozent dieser Flächen neue Pächter. Einige Kaufverträge mit KTG-Tochterunternehmen kamen nicht zustande. Rund 650 ha wurden deshalb neu ausgeschrieben.

140 Alteigentümer stellen Ansprüche

Bis zum Ende des Jahres hat die BVVG 2016 rund 135.400 ha Pachtflächen im Bestand. Der durchschnittliche Pachtpreis in den ostdeutschen Bundesländern beträgt 406 €/ha. Für die rund 140 Alteigentümeranträge sind noch 2.000 ha vorgesehen. Rund 9.000 ha Flächen hat die BVVG im Jahr 2016 an die Länder übergeben, die diese für Maßnahmen des Hochwasserschutzes sowie zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie nutzen wollen. (da)

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