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Für etwa 5.430 € je Hektar hat die BVVG Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH, Berlin, im Jahr 2007 ehemals volkseigene landwirtschaftliche Flächen verkauft. Das sind zwar 22 Prozent mehr als 2006, doch liegen die Kaufpreisen weit unter dem Niveau in den alten Bundesländern in Höhe von 15.941 €/ha. "Nicht die BVVG macht die Preise, sondern die Landwirte", wehrte sich der BVVG-Geschäftsführer Dr. Wilhelm Müller, bei einem Pressegespräch in Berlin gegen die Kritik an der Privatisierungspolitik. Landwirte kritisieren, die Treuhand-Nachfolgerin verkaufe die Flächen zu Höchstpreisen oftmals an branchenfremde Investoren. Besonders in der Uckermark seien zahlreiche Agrarbetriebe, die einen sehr hohen Anteil von BVVG-Flächen gepachtet haben, in ihrer Existenz bedroht. Betroffene Landwirte wollen nun einen Fonds gründen, um beim Kauf von BVVG-Grundstücken konkurrenzfähig zu sein. Der Fonds soll sich aus privatem sowie Stiftungskapital speisen und die Flächen an Öko-Bauern weiterverpachten. "Nur ortsansässige Betriebe bei Ausschreibungen zuzulassen, wie es die Landwirte fordern, provoziere geradezu ein Verfahren wegen unerlaubter Diskriminierung durch die EU-Kommission", so Müller. Für die BVVG wird die Zeit knapp. Bis zum Jahr 2009 hat die bundeseigene Gesellschaft in den neuen Bundesländern noch mehr als 530.000 ha landwirtschaftliche sowie 93.000 ha forstwirtschaftliche Flächen zu privatisieren. (da)
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