BVVG weist Vorwurf der Preistreiberei zurück


Die Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG), Berlin, überweist für 2010 einen geringeren Überschuss aus Bodenverkäufen an den Bund als in den Vorjahren. Mit Nachdruck wehrt sich die BVVG-Geschäftsführung gegen Vorwürfe der Preistreiberei von landwirtschaftlichen Flächen. Insgesamt hat die BVVG für das Jahr 2010 einen Überschuss von 320 Mio. € erzielt. Damit liegt er unter der Rekordsumme von 500 Mio. € ein Jahr zuvor. Das Minus begründete Dr. Wolfgang Horstmann, Sprecher der BVVG-Geschäftsführung, mit dem bis März 2010 geltenden Ausschreibungsstopp von BVVG-Flächen sowie weniger Direktverkäufen. Die Gesellschaft verkaufte mit rund 25.800 ha Acker- und Grünland und rund 6.300 ha Wald weit weniger Flächen als erwartet. Dies werde sich schon in diesem Jahr wieder ändern. Der Verkaufsstau werde sich lösen, so Horstmann. Er plant für 2011 durch Verkauf und Verpachtung von Flächen einen Überschuss von rund 438 Mio. €. 

Entschieden wehrte sich Horstmann gegen Behauptungen, die BVVG sei Preistreiber auf dem Bodenmarkt und fördere den „Ausverkauf von Ackerland" an Investoren. Die neuen Privatisierungsgrundsätze, nach denen die BVVG seit März 2010 arbeite, ließen eine solche Praxis nicht zu. Allerdings kündigte Horstmann an, künftig würden Bewertungen von Gutachtern nach einem einheitlichen Standard durchgeführt. Für Kapitalanleger seien BVVG-Ausschreibungen von durchschnittlich 10 ha uninteressant, so Horstmann.

Horstmann wird Ende März die BVVG verlassen, sein Vertrag läuft aus. Über seinen persönlichen Berufsweg wollte er keine Angaben machen. Auch der Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden bei der BVVG ist vakant. Gert Lindemann ist im September 2010 in das Amt gewählt worden. Nun wird er als designierter Agrarminister in Niedersachsen sein Mandat niederlegen. Über eine Nachfolge entscheiden das Bundesfinanz- und das Bundesagrarministerium. (da)
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