1

Einen "Pakt der Zusammenarbeit" zwischen Produzenten, Futtermittelherstellern, Fleischindustrie und der Lebensmittelbranche forderte der Landwirtschaftsminister Mecklenburg-Vorpommerns, Till Backhaus, auf dem Agrarforum der Friedrich-Ebert-Stiftung in Demmin. Ziel sei totale Transparenz, zitiert ihn der Nordkurier. Die teilnehmenden Vertreter der Futtermittelproduzenten betonten, dass sie in ihren Rezepturen seit langem kein Tier- oder Fleischknochenmehl mehr verwenden. Die HaGe Nordland, Demmin, deklariere seit dem 1. Februar alle Futtermittel offen, das Mischfutter sei bis in die Vormischungen hinein zertifiziert. "Aber wir sollten auch ehrlich sein und keine Schönwetterreden halten: Wir können Futter nun mal nicht ausschließlich mit Komponenten aus Mecklenburg-Vorpommern herstellen. Wenn wir das wollten, wäre eine Abkopplung vom deutschen und internationalen Markt nötig", sagte dem Blatt zufolge der Verteter der HaGe Nordland, Helmut Anhiol.

Seit November 2000 ist der der Verbrauch von Rindfleisch in Mecklenburg-Vorpommern um 80 Prozent zurückgegangen. Der Preis für ein Kilogramm Kuhfleisch sank in diesem Zeitraum von 5 DM auf 2 DM. Die 2.700 Bauern, die Rindfleisch produzieren, hieß es während der Veranstaltung, kämen nun ebenso in Existenznot, wie die Schlachthöfe und andere nachgelagerte Branchen. Insgesamt betreffe das Dilemma 20.000 Arbeitsplätze. (Bm)
stats