Baden-Württemberg: Geringere Fallzahlen durch Auswuchs


In Baden-Württemberg sind bislang etwa 70 Prozent der Getreideflächen geräumt, in den Spätdruschgebieten sind noch mehr als 60 Prozent auf dem Halm, berichtet Joachim Rukwied, Präsident des Landesbauernverbands (LBV), heute in Deizisau/Landkreis Esslingen. Die Erträge variieren je nach Bodenqualität. Die Qualitäten stellen zufrieden, auch wenn es stellenweise Einbußen durch Auswuchs gibt.
Die Erträge in Baden-Württemberg liegen bisher 10 bis 15 Prozent unter dem guten Vorjahr. Wintergerste bringt im Schnitt 60 dt/ha bei Hektolitergewichten um die 65 kg. Die Winterweizenerträge streuen stark zwischen 60 und 90 dt/ha, die Fallzahlen liegen wegen Auswuchs lediglich zwischen 140 bis 160 Sek. Sommergerste weist Proteingehalte zwischen 9,5 und 11,5 Prozent auf, der Vollgerstenanteil ist häufig unter 80 Prozent. Die Erträge bewegen sich zwischen 40 und 80 dt/ha. Raps bringt zwischen 30 und 50 dt/ha Ertrag mit Ölgehalten von 40 bis 44 Prozent.

Mit Blick auf die Erzeugerpreise sagte Rukwied:"Wir sind jetzt auf dem Weg zur Normalität." Allerdings seien auch die gestiegenen Preise nur knapp kostendeckend. Er forderte eine bessere Absicherung gegen die zunehmenden Marktschwankungen durch entsprechende Vertragsmodelle zwischen den Marktpartnern. Außerdem plädierte er für eine steuerliche Risikoausgleichszulage zur Abfederung von Preisschwankungen. Dies ermögliche den Betrieben, eine "wirkungsvollere Eigenkapitalvorsorge als bisher zu betreiben", so Rukwied.  (AW)
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