Baden-Württemberg erwartet Rückgang bei Braugerstenanbau

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Während die Braugerstenfläche in Baden-Württemberg in diesem Jahr um 10 Prozent auf knapp 100.000 ha ausgedehnt wurde, ist im kommenden Jahr wieder mit einem Flächenrückgang um etwa 10 Prozent zu rechnen. Diese Entwicklung wird trotz Halbierung der Flächenstilllegung erwartet. Die Prognose eines Flächenrückgangs begründete Hans Tausch vom Regierungspräsidium Tübingen am Dienstag auf der baden-württembergischen Landesbraugerstentagung in Herrenberg mit den idealen Bedingungen für die Herbstaussaat. Für die Sortenwahl der kommenden Ernte gebe es eindeutige Empfehlungen. Nach wie vor würden Scarlett und Pasadena empfohlen. Neu in die Empfehlung seien Auriga und Braemar aufgenommen worden. Mit den neuen Sorten solle dem züchterischen Fortschritt Rechnung getragen werden. Allerdings müssten sie mit Vorbehalt betrachtet werden, da noch keine abschließenden Beurteilungen der Brauereien vorlägen.

Auf Grund des verfügbaren Saatgutes geht Tausch davon aus, dass Scarlett mit 30 Prozent an der Braugerstenfläche im kommenden Jahr beteiligt sein wird. Pasadena und Auriga sieht er mit jeweils 20 Prozent vertreten, wobei Auriga für die späteren Gebiete empfehlenswert sei. Ursa werde darüber hinaus mit einem Anteil von 10 Prozent vertreten sein, Marnie mit 6 Prozent. Die Verbreitung von Braemar für die besseren Böden schätzt er auf etwa 5 Prozent. Bei einem Sortenwechsel, wie er im Moment anstünde, sei es normal, dass in der Übergangsphase mehr Sorten angeboten würden.

"In diesen Zeiten der vielen Sorten ist es umso wichtiger, dass die Ware sortenrein erfasst wird", ergänzte Franz Utz, Abteilungsdirektor der ZG Karlsruhe. Die Annahme von nur einer Sorte je Annahmestelle sei wichtig. Vorvertragspreise für die Erzeuger für das kommende Jahr gebe es noch nicht. Sie dürften bei den derzeitigen Marktentwicklungen allerdings nicht unter dem Niveau dieses Jahres liegen. In diesem Jahr wurden den Erzeugern 130,00 EUR/t frei Erfassungslager gezahlt. (dg)

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