Milchmarkt

Bäcker stöhnen über Butterpreise

Trendwende nicht in Sicht
Preisrückgänge sind bei Butter vorerst nicht zu erwarten. An der EEX liegen alle Butterfuture deutlich über der Marke von 6.000 €/t. Vor allem die späteren Termine zogen bis Freitagmittag weiter an. Den stärksten Gewinn verbuchte der November 2017 mit einem Plus von 3,31 Prozent auf 6.250 €/t. An der Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V. Kempten wurde lose Markenbutter in dieser Woche mit 5,80 bis 6,20 €/kg notiert, das waren 6,9 Prozent mehr als in der Vorwoche. (SB)
Die Butterpreise sind seit dem Jahresanfang stark gestiegen und haben ein Allzeithoch erreicht. Die hohe Nachfrage nach Milchfett hat ganz entscheidend dazu beigetragen, dass auch die Erzeugerpreise für Rohmilch deutlich gestiegen sind. Was die Landwirte freut, sorgt bei den Großkunden für zunehmende Probleme. Vor allem die Bäcker schlagen europaweit Alarm ob der saftigen Preisaufschläge, berichtet die Lebensmittelzeitung (LZ).

Furcht vor Lieferengpässen

Nicht nur der Preis, sondern auch die Verfügbarkeit beschäftigt die Lebensmittelindustrie. „Wir haben Sorge, ob wir für das dritte Quartal die benötigten Volumina bekommen werden", macht ein Manager gegenüber der LZ deutlich. Butter sei ein Bestandteil der Produkte, der sich nicht ersetzen lasse. Prognosen für die Entwicklung oder eine mögliche Entspannung der Situation seien derzeit „nichts als Kaffeesatzleserei". Das sorge aber auch dafür, dass keine langfristigen Angebote mehr gemacht werden könnten und eine Kalkulation nicht mehr möglich sei.

Weitere Preiserhöhungen möglich

Die Hersteller haben auf die gestiegenen Butterpreise mit Preisanpassungen ihrer Produkte reagiert. Aktuell habe sich die Situation aber nochmals drastisch zugespitzt. Bis Herbst werde sich entscheiden, ob weitere Preiserhöhungen erforderlich werden, heißt es in der Backbranche. (SB)
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