Am heutigen Donnerstag ist der Kurs der KTG Agrar-Aktie auf ein Rekordtief von zeitweise 1,56 € gerutscht. Wie agrarzeitung.de von einem KTG-Mitarbeiter erfuhr, werde auch im Unternehmen selbst eine Insolvenz inzwischen nicht mehr ausgeschlossen. Die für heute anberaumte Hauptversammlung wurde kurzfristig auf den 26. August vertagt. Die bislang aufgeschobene, obgleich mehrfach angekündigte Zinszahlung für die 250 Mio. € schwere Unternehmensanleihe 2011/17, bleibt damit weiterhin aus.

Diese Zinszahlung in Höhe von etwa 18 Mio. € wäre bereits am 6. Juni fällig gewesen. Am Fälligkeitsdatum gab das Unternehmen jedoch eine Erklärung heraus, in der es hieß, dass man die Zahlung „in den kommenden 14 Tagen“ leisten werde. Doch auch bis zum 20. Juni floss an die Anleihegläubiger kein Geld. Wiederum ganz kurzfristig, und zwar einen Tag vor Ablauf dieser Frist, ließ KTG Agrar verlauten, „dass die Zinszahlung in der prospektierten Nachfrist und vor der geplanten Hauptversammlung erfolgen wird.“ Prospektierte Nachfrist bedeutet hier 30 Tage ab dem Ausbleiben der Zinszahlung. Neuer Stichtag ist folglich der 6. Juli.

Wenn das Geld nicht bald an die Anleger fließt, könnten sofort 250 Mio. € fällig werden. Rechtlich ist die Sache klar: Kann ein Unternehmen eine Anleihe binnen 30 Tage nach dem Fälligkeitstermin nicht bezahlen, sind alle Gläubiger berechtigt, ihre Forderungen umgehend fällig zu stellen. Sie können dann von ihrem außerordentlichen Kündigungsrecht Gebrauch machen. KTG Agrar droht dann die Insolvenz. Zusätzlich belastend sei außerdem der Umstand, dass bereits am 28. September die Zinszahlung für eine weitere Anleihe über 50 Mio. € anstehe, heißt es im Unternehmen. (HH) 
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