Es ist der größte Zusammenschluss von Banken in Deutschland seit der Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank: Am 1. August wird das neue Spitzeninstitut der rund 1.000 Genossenschaftsbanken in Deutschland unter dem Namen DZ Bank an den Start gehen, der Verschmelzungsvertrag wurde unterschrieben.

Die Aktionäre der DZ Bank werden daran 74,4 Prozent halten, die Anteilseigner der WGZ Bank - die 182 Volks- und Raiffeisenbanken aus Nordrhein-Westfalen - 25,6 Prozent. Gleichzeitig hätten die Aufsichtsratsvorsitzenden beider Häuser, Werner Böhnke und Helmut Gottschalk, ihre volle Unterstützung für das Fusionsvorhaben noch einmal bekräftigt, teilten beide Institute gemeinsam mit. Zuletzt waren Unruhen in der mittleren Führungsriege der WGZ laut geworden, weil dort im Zuge der Fusion herbe Einschnitte befürchtet werden.

Kündigungsschutz in NRW

Der um den Standort Düsseldorf kämpfende Betriebsrat der WGZ hat dort mit dem Vorstand einen Kündigungsschutz vereinbart, wonach in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt 950 Stellen bis Ende 2020 erhalten bleiben. Von den insgesamt 1.300 Arbeitsplätzen sollen 150 abgebaut und die restlichen 200 nach Frankfurt zur DZ Bank verlagert werden. Hier sollen zentrale Funktionen wie Finanzierung und Anlage (Treasury) oder Kommunikation und Marketing angesiedelt sein. Bei der mit einer Bilanzsumme von 408 Mrd. € vier Mal so großen DZ Bank fallen 550 der 4.200 Stellen weg.

Was der Stellenabbau und die Umstrukturierung für die Betreuung der landwirtschaftlichen Kunden bedeutet, ist derzeit noch nicht bekannt. Bei der Vorstellung der Fusionspläne im November 2015 hatte DZ Bank-Chef Wolfgang Kirsch, der auch das neue Institut führen wird, aber gesagt: „Das Agrargeschäft gehört zu unseren Wurzeln und wir werden diesen Bereich eher noch ausbauen." Derzeit kümmert sich bei der DZ Bank ein Team aus acht Mitarbeitern in Frankfurt, Stuttgart, München, Dresden, Hamburg, Oldenburg und Berlin um Landwirte. Die WGZ hat einen Mitarbeiter für diesen Bereich abgestellt. (sp)
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