Barilla verkauft Bäckereikette Kamps


Die italienische Pasta-Dynastie Barilla aus Parma verkauft die 900 Backfilialen der Kamps-Bäckerei. Die Mehrheit der Anteile übernimmt der Frankfurter Fonds ECM Equity Capital Management GmbH. Ein kleinerer Teil geht an das Management um Kamps-Geschäftsführer Jaap Schalken, teilen Barilla, Kamps und ECM mit. Über Anteilszahlen, den Preis und andere Details der Transaktion  wurde Stillschweigen vereinbart.

Das Industriegeschäft mit Marken wie Lieken oder Golden Toast bleibt bei der 100-prozentigen Barilla-Tochter Lieken AG. Die Kamps GmbH ist mit fünf Produktionsstandorten und 900 Filialen  nach eigenen Angaben Deutschlands größte handwerkliche Backkette und gehört zu den führenden deutschen Franchisegebern. Kamps beschäftigt rund 1.000 eigene Mitarbeiter. Hinzu kommen nahezu 4.000 Beschäftigte der 700 Franchise-Nehmer.
 
Im vergangenen Jahr erzielten die Bäckereien einen Umsatz von über 300 Mio. €. Schon seit etwa zwei Jahren versucht der verschuldete Barilla-Konzern einen Käufer für die Kamps-Bäckereikette zu finden. Damals war der Verkauf an den Preisvorstellungen von 100 Mio. € gescheitert. Der neue Haupteigentümer ECM ist bereits am Steakhaus Maredo sowie am Tiefkühl-Heimdienst Eismann beteiligt. Die erste Kamps-Bäckerei wurde 1982 in Düsseldorf eröffnet. In den 1990-er Jahren trimmte Firmengründer Heiner Kamps die Bäckerreikette auf Expansion und baute sie durch Zukäufe aus. 1998 brachte er das Unternehmen an die Börse. Vier Jahre später kaufte Barilla die Gruppe für 1,8 Mrd. €. Die Übernahme von Kamps bedarf noch der Zustimmung des Bundeskartellamtes. (HH)   
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