DLG-Feldtage

Bartmer fordert neues Leitbild


DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer
-- , Foto: DLG
DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer

Bartmer beurteilt die Entscheidung der EU-Umweltminister, hinsichtlich der Gentechnik nationale Ausstiegsklauseln zu erlauben, als einen "Schritt hin zu einem Ende einheitlicher Rechts". Dies habe Konsequenzen für die Wettbewerbsfähigkeit einzelner Regionen innerhalb Europas, aber auch Europas mit dem Rest der Welt.

Als besonders bedenklich bezeichnete es der DLG-Präsident, dass Entscheidungen für den Verzicht auf Gentechnik jetzt "frei von rationaler Begründungsnotwendigkeit" getroffen werden könnten. "Statt fachlich, statt rational zu begründen, orientiert man sich an Befindlichkeiten, an Ängsten und Sorgen einer Gesellschaft", so Bartmer. Er fürchtet Denkverbote und eine Gefälligkeitsdemokratie. Solche Entwicklungen beobachtet er nicht nur in der Pflanzenzüchtung, sondern auch im Pflanzenschutz.

Bartmer forderte statt dessen das Leitbild einer erkenntnisorientierten, sowohl fortschritts- und technologieoffenen und deshalb verantwortungsvollen ressourcenschonenden Landwirtschaft. Dazu seien innovative Verfahren sorgfältig unter Aspekten des Risikos, aber auch des Nutzens für die Gemeinschaft zu überprüfen. (db)
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