Milchkrise

Bauernverbände skizzieren Lösungswege


Die Präsidenten der Landesbauernverbände, der Deutsche Bauernverband (DBV) und die genossenschaftlichen Molkereien haben am Mittwoch ein Spitzengespräch zur Lage am Milchmarkt geführt. Verbandsfürsten und Verarbeiter verständigten sich auf fünf Punkte, die zur Lösung der Marktkrise beitragen sollen.

So unterstützen DBV, die Landesbauernverbände und die Molkereien den Vorschlag vom Milchgipfel im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) einer Branchenorganisation für die Milchwirtschaft. Diese Branchenorganisation müsse zur Absatzförderung und zur Förderung von Forschung und Entwicklung genutzt werden.

Maßnahmen zur Lockerung des Russland-Embargos gefordert

Darüber hinaus sehen die Teilnehmer des Spitzengesprächs die Marktakteure alleine in der Pflicht, Produktionsmengen zu steuern und Preisschwankungen abzufangen. Der DBV erwartet dabei von dem Molkereien, „differenzierte Auszahlungspreise“, etwa in Form von Festpreisvereinbarungen oder einer verwertungsbezogenen Preisstaffelung, in Betracht zu ziehen.

Genossenschaftliche Molkereien sollen zudem ihre Wettbewerbskraft in den Bereichen Wertschöpfung und Vermarktung verbessern, lautet ein weiteres Ergebnis des Gipfels. Darüber hinaus wollen die Teilnehmer des Spitzengesprächs in Richtung Erzeuger kommunizieren, dass die Milchproduktion markt- und absatzorientiert auszurichten sei.

Schließlich appellierten Bauernverbände und Molkereien an die Politik, den Zugang zu Drittlandsmärkten zu verbessern. Das schließe politische Maßnahmen zur Lockerung des russischen Importembargos mit ein, hieß es dazu. (pio)
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