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Sollten sich die BSE-Verdachstfälle aus Nöthnitz (Sachsen) und Mücheln (Sachsen-Anhalt) bestätigen, wollen beide Länder die insgesamt 1.300 Tiere an einem Ort töten lassen. Dazu würde der stillgelegte Schlachthof in Naunhof (Sachsen) reaktiviert werden, zitiert die Leipziger Volkszeitung den Sprecher des Dresdner Gesundheitsministeriums, Karltheodor Huttner. Die Kadaver würden anschließend in der nahegelegenen Tierkörperbeseitigungsanstalt Lenz verbrannt. Hintergrund der Aktion sei die Weigerung von Schlachthöfen, BSE-Herden anzunehmen, so Huttner.
Die Chancen, dass der Betrieb in Mücheln 450 seiner 950 Tiere retten kann, gehen nach Auffassung von Agrarstaatssekretär Aloys Altmann gegen Null. Der Landwirt hofft insofern auf eine Verschonung, als diese 450 Tiere in einem 7 km vom befallenen Stall entfernten Quartier stehen. Altmann gab aber zu Bedenken, dass die Tiere verwandt seien und das gleiche Futter gefressen hätten.
Die Bundesregierung habe Sachsen-Anhalt ausdrücklich gewarnt, geltendes Seuchenrecht zu brechen. Sollte die ganze Herde zur Tötung kommen, droht der sachsen-anhaltinische Bauernverband mit Straßensperrungen. Da das Müchelner Tier bereits am 5. Januar eingeschläfert wurde und das Testergebnis erst 15 Tage später vorlag, bezweifelt Bauernverbandschef Werner Gutzmer, dass die Probe überhaupt von dem getöteten Rind stammt.(Bm)
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