An den Märkten für Getreide- und Ölsaaten rechnet der Deutsche Bauernverband (DBV) 2013 mit festen Preisen. Problematisch sind die Kosten für Betriebsmittel.

Angesichts einer eher knappen Versorgungslage auf dem europäischen sowie dem weltweiten Markt ist auch in der zweiten Hälfte des laufenden Wirtschaftsjahres von stabilen Preisen für Getreide und Ölsaaten auszugehen, teilte der DBV heute mit. Zwar sei die Anfang September durch die Aussicht auf eine schwache US-amerikanische Sojabohnenernte ausgelöste Hausse bei den Ölsaaten vorerst beendet. Die weltweite Versorgungslage sei allerdings knapp, so dass bis zu Beginn der erwarteten Rekordsojaernte in Südamerika weiterhin mit einer angespannten Marktlage und eher festen Preisen gerechnet werden könne.

Die seit Beginn des Wirtschaftsjahres 2012/2013 feste Preisentwicklung bewertet der DBV aus Sicht der Ackerbaubetriebe positiv. Wermutstropfen blieben jedoch die hohen Betriebsmittelkosten. DBV-Präsident Joachim Rukwied erklärte in seiner Videobotschaft zum Jahreswechsel: "Wir Landwirte blicken zuversichtlich in das neue Jahr." Allerdings werde 2013 ein Jahr "großer Herausforderungen", so Rukwied.

Wie der DBV weiter mitteilt, haben die deutschen Landwirte den Anbau der Winterkulturen zur ernte 2013 wieder deutlich ausgedehnt. So hat die Anbaufläche von Wintergetreide nach aktueller Schätzung des Statistischen Bundesamtes gegenüber der Erntefläche 2012 um 428.000 ha bzw. knapp 9 Prozent auf 5,49 Mio. ha zugenommen. Auch die Anbaufläche von Winterraps wurde gegenüber der in 2012 beernteten Fläche um 10 Prozent auf 1,43 Mio. ha vergrößert.

Rückblickend bezeichnet der DBV das Jahr 2012 als für viele Ackerbaubetriebe „sehr schwieriges Jahr". Extreme Kahl- und Wechselfröste Anfang Februar sowie ein sehr trockenes Frühjahr hätten den Beständen vielerorts massiv zugesetzt, so dass die Bestände umgebrochen werden mussten. In Thüringen und Sachsen-Anhalt, aber auch in Sachsen mussten zudem durch eine massive Feldmausplage deutliche Ernteverluste bis hin zu Totalausfällen hingenommen werden.

Trotz der regional äußerst widrigen Umstände übertraf das Gesamtergebnis der Ernte 2012 die Erwartungen und entsprach mit knapp 45 Mio. t Getreide nahezu dem langjährigen Durchschnitt. Bei Winterraps wurde mit einem Ernteergebnis von 4,8 Mio. t das langjährige Mittel zwar deutlich unterschritten, aber auch dieses Ergebnis war angesichts einer Anbaufläche von nur 1,3 Mio. ha besser als erwartet, teilt der DBV mit. (sch)

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