Bauernverband kritisiert Capoulas Santos

Vor allem wegen der ökologischen Vorrangfläche erwartet der Deutsche Bauernverband (DBV) eine Akzentverschiebung im Europaparlament. Mit den ersten Vorlagen aus dem Parlament ist der Verband unzufrieden. Der portugiesische Berichterstatter Louis Michel Capoulas Santos folgt dem Umweltkonzept der Kommission und sieht 7 Prozent der Ackerflächen als ökologische Vorrangflächen vor.

„Das würde in Deutschland eine neue Stilllegungspflicht von über 0,5 Mio. ha Ackerflächen nach sich ziehen", kritisiert DBV-Präsident Gerd Sonnleitner. Der Bauernverband fühle sich deshalb der Reformposition im EU-Agrarministerrat näher als dem Berichtsentwurf im Europaparlament.

Die Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten hält 7 Prozent Ausgleichsfläche für zu hoch und fordert mehr nationalen Spielraum für die Begrünung der GAP. Über den Bericht von Capoulas Santos will der EP-Agrarausschuss im Herbst abstimmen. Die Grünen und Sozialdemokraten sind mehrheitlich für die 7 Prozent Ausgleichsfläche, viele Christdemokraten und Liberale lehnen sie zumindest in dieser Höhe ab. (Mö)
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