Übernahmepläne

Bayer-Monsanto: Brüssel am Zug

Bayer hat Wort gehalten. Das Unternehmen hat angekündigt, noch im 2. Quartal 2017 bei der europäischen Kartellbehörde die geplante Übernahme von Monsanto offiziell anzumelden. Und tatsächlich: am letzten Tag dieser Frist liegen die Papiere in Brüssel vor.

Lange Verlobungszeit
Seit September 2016 sind sich Bayer und Monsanto handelseinig. Das deutsche Unternehmen will den Saatgut- und Biotechnologiekonzern aus St. Louis für 66 Mrd. US-$ übernehmen. In den Firmen selbst haben alle Gremien zugestimmt. Erforderlich ist darüber hinaus die Genehmigung der Kartellbehörden in 30 Ländern. Besonders wichtig sind die Entscheidungen in der EU und den USA.(db)
Als erste vorläufige Deadline für eine mögliche Entscheidung nennt die EU-Kommission den 7. August 2017. In den anderen Verfahren, die zurzeit in der Agrarchemie anstehen und in denen bereits Entscheidungen aus Brüssel vorliegen – Dow und DuPont sowie Syngenta und ChemChina – hat die EU-Kommission die Fristen allerdings mehrfach verlängert. In den USA befindet sich der Übernahmeantrag mittlerweile in der vertieften Prüfung.

Der Bayer-Konzern hofft, die Transaktion bis Ende 2017 abschließen zu können. Dafür sind seitens der Kartellbehörden Auflagen zu erwarten. Die für Südafrika zuständige Behörde in Pretoria hat bereits Bedingungen formuliert. Da das Totalherbizid Liberty von Bayer in direkter Konkurrenz zu Roundup von Monsanto steht, verlangt die südafrikanische Wettbewerbsbehörde, dass sich Bayer von seinen globalen Liberty-Aktivitäten trennt, bevor der Konzern Monsanto übernehmen kann.

Die Märkte laufen für beide Unternehmen gerade unterschiedlich. Während Monsanto vorige Woche solide Quartalszahlen veröffentlicht hat, musste Bayer wegen eines schwierigen Brasiliengeschäftes eine Gewinnwarnung veröffentlichen. (db)
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