Im Bienenkostüm gegen Bayer.
-- , Foto: BUND
Im Bienenkostüm gegen Bayer.

„Jahr für Jahr landen die Nervengifte von Bayer in der Umwelt und vergiften in ganz Europa Tiere, Böden und Gewässer“, sagte Corinna Hölzel, Pestizidexpertin des Bundes für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND). Studien belegten nicht nur eine Schädigung von Bienen und weiteren Bestäuber-Insekten, auch Wasserorganismen und Vögel seien durch Neonikotinoide belastet. Dazu gehört auch das von Bayer hergestellte Pestizid Thiacloprid, das im Obst- und Rapsanbau zum Einsatz kommt. Auch Hobbygärtner nutzen das Pestizid.

Die Umweltschützer fordern von Bayer, sämtliche bienengefährdende Pestizide vom Markt zu nehmen. Die Konzernspitze indes dürfte eher umtreiben, wie die Aktionäre die Umbaupläne der Gruppe aufnehmen. Das Kunststoffgeschäft des Konzerns soll zum 1. September abgespalten werden, sagte Bayer-Vorstandsvorsitzender Marijn Dekkers laut mehreren Medienberichten auf der Hauptversammlung in Köln. Die Sparte werde das viertgrößte Chemieunternehmen in Europa sein, der Börsengang von MaterialScience sei bis spätestens Mitte 2016 geplant, bekräftigte er.

Parallel dazu wolle der Konzern die Konzentration auf das Gesundheitsgeschäft und die Agrarchemie vorantreiben, erklärte Dekkers den Aktionären. Dazu überprüfe man derzeit die Struktur und arbeite Vorschläge für eine Neuorganisation aus.

Crop Science: Bayer will Milliarden in Forschung stecken

Gegen die Abspaltung des Kunststoffgeschäfts dürften die meisten Aktionäre keinen Einspruch erheben, die Sparte gilt als margenschwach. Bei Bayer Health Care und Bayer Crop Science hingegen hätten vor allem neue Produkte das Wachstum angetrieben, berichtete Dekkers. Das organische Wachstum solle weiter vorangetrieben werden, „mehr als vier Milliarden Euro“ wolle der Konzern in Forschung und Entwicklung investieren, sagte er.

Zusammen erzielten die Produkte, die seit 2006 in den Markt eingeführt wurden, einen Umsatz von 1,9 (Vorjahr: 1,5) Mrd. €. Bis 2017 strebt Bayer hier eine weitere Steigerung auf rund 2,8 Mrd. € an. Im vergangenen Jahr trugen die neuen Produkte rund 70 Prozent zum absoluten Umsatzwachstum in der Pflanzenschutz-Sparte von Bayer Crop Science bei. (mas)
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