Vorstandschef Werner Baumann freut sich über besser als erwartete Quartalszahlen.
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Vorstandschef Werner Baumann freut sich über besser als erwartete Quartalszahlen.

Besser als erwartet sind die Zahlen der Bayer AG im 3. Quartal 2016 ausgefallen. Der Konzernumsatz legte um 2,3 Prozent auf 11,3 Mrd. € zu, bereinigt um Währungseffekte sogar um 3,5 Prozent. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 1,2 Mrd. € - ein Sprung um mehr als 19 Prozent im Vergleich zum 3. Turnus 2015. Für das Gesamtjahr erhöhte Vorstandschef Werner Baumann deshalb die Prognose: Das Ergebnis je Aktie will Bayer nun im oberen einstelligen Prozentbereich steigern. Bislang ging Baumann nur von einem Wachstum im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich aus.

Rekordübernahme
66 Mrd. US-$ macht Bayer für den US-Saatgutriesen Monsanto locker. Wird die Übernahme wie geplant Ende 2017 von allen Kartellbehörden genehmigt, ist das die höchste Summe, die je ein deutscher Konzern für ein ausländisches Unternehmen gezahlt hat. Außerdem handelt es sich um die teuerstes Unternehmenshochzeit dieses Jahres. Bayer will damit den global führenden Agrarchemie- und Saatgutkonzern schmieden. (az)
Treiber der robusten Zahlen war das Pharmageschäft. Die Agrarsparte (Crop Science) sei aber trotz eines schwierigen Marktumfeldes erfolgreich gewesen. Der Umsatz lag etwas über dem Niveau des 3. Quartals 2015 bei 2,1 Mrd. €. „Bei Crop Science wollen wir in den kommenden Jahren jährlich ein durchschnittliches Umsatzwachstum über Markt erzielen“, sagte Baumann in einer Telefonkonferenz. Das kombinierte Agrargeschäft – also nach der Übernahme von Monsanto – solle nach dem 3. Jahr nach Abschluss der Transaktion eine bereinigte Ebitda-Marge (operatives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von mehr als 30 Prozent erreichen. Bayer rechnet damit, dass der Deal Ende 2017 unter Dach und Fach ist.

Schwacher Umsatz mit Insektiziden

Im abgelaufenen Quartal entwickelte sich in der Agrarsparte vor allem das Geschäft in Europa und Nordamerika gut. Im wichtigen Markt Lateinamerika brach der Umsatz indes ein – um mehr als 12 Prozent, wie Baumann erläuterte. „Der Rückgang ist im Wesentliches getrieben durch das Insektizidgeschäft in Lateinamerika, das schlägt auch global durch“, sagte Baumann. Das Umsatzminus lag in diesem Bereich währungsbereinigt insgesamt bei fast 17 Prozent. Vor allem Brasilien mache dem Konzern weiter zu schaffen. Dies berichtete in dieser Woche auch schon der Schweizer Konkurrent Syngenta.

Doch nicht nur die Insektizide, auch der Verkauf von Herbiziden und Mitteln zur Behandlung von Saatgut lag unter dem Vorjahresniveau. Sehr erfreulich sei hingegen die Entwicklung im Saatgutgeschäft (+22 Prozent) und Environmental Science (+18 Prozent) gewesen. Fungizide liefen ebenfalls gut.

Berater für Monsanto-Deal erhalten 52 Mio.€

Insgesamt 52 Mio. € hat Bayer im 3.Quartal im Zusammenhang mit der Übernahme des US-Saatgutkonzerns für umgerechnet 66 Mrd. US-$ zurückgestellt. „Das waren überwiegend Vorsorgeaufwendungen für Beratergebühren – für Banken, Rechtsanwälte und Kommunikation“, sagte Finanzchef Johannes Dietsch in der Telefonkonferenz. Damit seien rund zwei Drittel dieser Aufwendungen bereits gebucht. Der Rest falle im 4. Quartal an. (sp)
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