Übernahmepläne

Bayer hält Angebot für ausreichend


Für ihn sei Monsanto ein Hochtechnologiekonzern mit erstklassiger Forschung, begründete Werner Baumann in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" das Übernahmeangebot. „Wir passen sehr gut zusammen", bekräftigte der Bayer-Chef, räumte aber ein, dass er sich der Gefahren für das Image seines Unternehmens bewusst sei. Bayer stehe zu seiner gesellschaftlichen Verantwortung. „Unsere Art, Geschäfte zu führen, ist möglicherweise eine andere als die von Monsanto", so Baumann. Er kündigte an, dass nach einer Übernahme für die Monsanto-Geschäfte die gleichen Maßstäbe gelten würden wie für die Bayer-Geschäfte.

Gegen falsch verstandene Agrarwende

Er verteidigte in dem Interview nochmals den geplanten Zusammenschluss. Gebraucht würden neue Technologien und höhere Erträge in der Landwirtschaft, um die wachsende Weltbevölkerung mit sich ändernden Ernährungsgewohnheiten zu versorgen. Mit einer falsch verstandenen Agrarwende würde dagegen global die Ernährungssituation noch verschärft, äußerte Baumann in Richtung von Kritikern, die einen Zusammenschluss zwischen Bayer und Monsanto als Einfallstor für mehr Agrarchemie und Gentechnik in der Landwirtschaft betrachten. Auch eine Monopolbildung will Baumann nicht erkennen: „Auf dem Markt kann keiner die Preise diktieren, dafür ist der Wettbewerb viel zu intensiv."

Bayer hat vor einer Woche ein Übernahme-Angebot von 62 Mrd. US-$ für Monsanto vorgelegt. Kurz darauf kam aus den USA als Antwort, dass der gebotene Kaufpreis Monsanto nicht ausreichend bewerte. Baumann sagte jetzt im Interview: „Wir haben ein sehr attraktives Angebot vorgelegt, das Monsanto voll bewertet. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen." (db)
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