Quartalsbericht

Bayer schwächelt im Agrargeschäft

Der Konzernumsatz ging im 3. Quartal 2017 zwar um 2,8 Prozent auf 8,0 Mrd. € zurück, währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) entspreche das aber einem Plus von 1,2 Prozent, teilte der Konzern mit. Das Ebit lag mit knapp 1,4 Mrd. € auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Sonderaufwendungen in Höhe von 249 Mio. € belasteten das Betriebsergnis und resultierten im Wesentlichen aus der geplanten Akquisition von Monsanto, den Rückstellungen für Rechtsrisiken sowie Effizienzsteigerungsmaßnahmen.

Crop Science wächst in Nordamerika und in Asien/Pazifik

Pflanzenschutz im Detail
Im Pflanzenschutz (Crop Protection) entwickelten sich die Insektizide mit wpb. plus 13,2 Prozent. Rückläufig waren die Umsätze bei den Fungiziden (wpb. minus 6,3 Prozent), bei den Herbiziden (wpb. minus 1,9 Prozent) und bei SeedGrowth (Saatgutbehandlungsmittel) mit wpb. minus 1,1 Prozent. Kräftige Zuwächse erzielte hingegen der Bereich Seeds (Saatgut und Pflanzeneigenschaften) mit einem Plus von wpb. 29,6 Prozent. Environmental Science konnte die Umsätze aufgrund von Produktlieferungen an den Erwerber des im 4. Quartal 2016 veräußerten Konsumentengeschäfts erhöhen (wpb. plus 6,8 Prozent).

In der Sparte Crop Science stieg der Umsatz wpb. um 2,7 Prozent auf 2,0 Mrd. €. Positiv entwickelte sich das Geschäft in Nordamerika und in Asien/Pazifik, wo die Umsätze währungsbereiningt um 9,8 Prozent und 7,4 Prozent zulegten. In Europa/Nahost/Afrika sowie in Lateinamerika lagen die Umsätze auf Vorjahresniveau. "Positiv ist, dass wir die Rückstellung für Produktrückgaben in Brasilien verringern konnten. Dies zeigt, dass unsere Maßnahmen zur Normalisierung der Situation in Brasilien greifen", sagte der Vorstandsvorsitzende Werner Baumann am Donnerstag bei der Vorlage des Zwischenberichts. In Brasilien hatte Bayer aufgrund unerwartet hoher Lagerbestände an Pflanzenschutzmitteln im 2. Quartal Rückstellungen bilden müssen.

Das Ebitda vor Sondereinflüssen von Crop Science verringerte sich im 3. Quartal 2017 um 3,5 Prozent auf 307 Mio. €. Geringeren Absatzpreisen sowie einem negativen Währungseffekt von rund 20 Mio. € standen laut Konzern höhere sonstige betriebliche Erträge sowie geringere Herstellungskosten und Aufwendungen für Marketing und Vertrieb gegenüber.

Leichtes Umsatzwachstum in schwachem Marktumfeld bei Tiergesundheit

Im Tiergesundheitsgeschäft (Animal Health) stieg der Umsatz in einem insgesamt schwachen Marktumfeld wpb. um 1,4 Prozent auf 359 Mio. €. Das Ebitda vor Sondereinflüssen in dieser Sparte ging um 9,0 Prozent auf 81 Mio. € zurück, unter anderem aufgrund von höheren Aufwendungen für Marketing und Vertrieb sowie eines Währungsverlusts von rund 5 Mio. €.

Auch bei der geplanten 66 Mrd. US-$ schweren Monsanto-Übernahme sieht sich Bayer durch den vereinbarten Verkauf von Geschäften mit der Landwirtschaft an BASF auf Kurs. "Im vergangenen Quartal haben wir wichtige strategische Schritte unternommen", sagte Baumann. So habe sich Bayer auch dem Ziel, sich mittelfristig vollständig von der Kunststofftochter Covestro zu trennen, ein großes Stück genähert.

Der vereinbarte Verkauf bestimmter Crop-Science-Geschäfte für 5,9 Mrd. € an BASF muss kartellrechtlich noch genehmigt werden. Zudem sei der Vollzug an die Bedingung geknüpft, dass die Übernahme von Monsanto erfolgreich abgeschlossen wird, so Baumann. Bayer arbeite weiterhin eng mit den Behörden zusammen, mit dem Ziel, die Transaktion bis Anfang 2018 abschließen zu können. (mrs)
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