Pflanzenschutz

Bayer spürt das kühle Frühjahr


Helmut Schramm (l.) steht voll hinter dem Bayer-Übernahmeangebot an Monsanto.
-- , Foto: da
Helmut Schramm (l.) steht voll hinter dem Bayer-Übernahmeangebot an Monsanto.

Im zweiten Anlauf schafft Dr. Helmut Schramm, Geschäftsführer von Bayer CropScience Deutschland GmbH, dann doch klare Verhältnisse. Zunächst spricht er gegenüber der Presse auf den DLG-Feldtagen von einem Rückgang beim Verkauf von Pflanzenschutzmitteln im 1. Halbjahr 2016 im niedrigen zweistelligen Bereich. Auf Nachfrage wird er dann doch konkreter: Der Verkaufsrückgang beträgt gegenüber Vorjahr 15 Prozent. "Denn die Krise auf den Märkten für Milch und Fleisch ist nicht nur für unsere Kunden und Landwirte nicht einfach, sondern auch für Bayer CropScience", sagt Schramm. Erschwerend hinzu kam ein kühles Frühjahr, was den Einsatz von Pflanzenschutzmaßnahmen verzögerte, bei gleichzeitig vermindertem Krankheitsdruck.

Überdurchschnittliche Vorräte 2015

Nicht zuletzt blieben die Bestellungen aus angesichts überdurchschnittlicher Vorräte aus 2015. Zudem machten Pflanzenschutzmittelimporte einen Strich durch die Rechnung. Um mithalten zu können, reagierten Handel und Industrie mit Preisrücknahmen. Viele Produkte seien niedriger positioniert beispielsweise beim Unkrautspektrum. "Hier müssen wir uns in Europa besser aufstellen", spornt Schramm seine Mannschaft an. Insgesamt hätten Parallelimporte zugenommen. Viele Unternehmen seien darauf spezialisiert. "Wir versuchen, die Zollbehörden zu motivieren, besonders an den Hafenplätzen Rotterdam, Hamburg aber auch Duisburg mehr Kontrollen durchzuführen", so Schramm weiter.
 
Obwohl der Pflanzenschutzmarkt im 1. Halbjahr 2016 stark unter Druck stehe, blickt Schramm auf ein positives Herbstgeschäft. Er setzt auf die etabliertes Produkt Bacara Forte Cadu Forte Set in Getreide. Bereits im August dürfte der erste Raps behandelt werden. Erfolgreich sei die Einführung der Raps-Hybridsorte Fencer im Vorjahr verlaufen. Hier wolle Bayer in diesem Herbst anknüpfen. Komplettiert wird das Angebot durch Getreide- und Rapsbeizen.

Monsanto spürt das kalte Frühjahr

In positiver Weise äußerte sich Schramm auch zu dem Übernahmeangebot, welches der Mutterkonzern Bayer an den US-Hersteller Monsanto abgegeben hat. „Das war kein Schnellschuss“, sagte Schramm. Dieser Schritt sei mehr als ein Jahr im Konzern von kompetenten Leuten vorbereitet worden. Die beiden Unternehmen ergänzten sich sehr gut. Bayer sei mehr auf die Gesunderhaltung von Pflanzen ausgerichtet und Monsanto mehr auf Saatgut.

"Wir wollen Landwirte künftig Lösungen für chemische und biologische Produkte anbieten sowie mehr Serviceleistungen und Saatgut", sagt der Geschäftsführer. Das ist für Schramm ein rundes Paket. Sicher werde er immer wieder gefragt: "Wie könnt ihr euch das antun und so eine grottenschlechte Firma anschauen“, führte Schramm aus. Sicher sei der Ruf von Monsanto besonders in Deutschland und Frankreich schlecht. Doch Bayer will sich global ausrichten. Und in Amerika und Asien sei Monsanto gut anerkannt.

Zurück in Deutschland setzt Schramm auf Nachhaltigkeit. Hier setzt das Unternehmen mit seiner Initiative Bayer Forward Farming deutliche Akzente. Auf dem Damianshof bei Köln waren schon 1.000 Besucher in diesem Jahr, demnächst soll ein Vorzeigebetrieb im Raum Berlin dazukommen. (da)
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